Verkieselung oder Silicifikation ist die mehr oder weniger reichliche Imprägnation gewisser Gesteine mit Kieselsäure, eine Erfüllung, welche sich bisweilen bis zu einer gänzlichen Substitution der ursprünglichen Gesteinsmasse durch Hornstein oder dichten Quarz steigern kann. Ein solcher Vorgang kann wohl nur auf hydrochemischem Wege, dadurch, daß Gewässer mit einem Gehalt an aufgelöster Kieselsäure das Gestein durchdrangen, erfolgt sein; wenn also die Erscheinung in der Nachbarschaft eines einstmals glutflüssig gewesenen Eruptipgesteins beobachtet wird, so berechtigt dies nur zu dem Schluß, daß letzteres den Ausbruch 7½½ Quellen begünstigt, nicht aber, daß es selbst eine Imprägnation des Nebengesteins mit Kieselsäure auf pyrochemischem Wege bewirkt habe. In größerm Maßstabe kommt die V. namentlich bei Kalksteinen und Sandsteinen, auch bei Schiefern, Porphyr⸗ und Trachyttuffen, seltener bei Graniten und Porphyren vor; nicht selten wird sie von Quarz-oder Hornsteinbildungen in der Form von Trümern, Adern, Drusen begleitet. Bei den Kalksteinen pflegt die V. auf Unkosten des Gesteins selbst zu erfolgen, welches mehr oder weniger verdrängt wurde und bisweilen gänzlich verschwunden ist, sodaß dieselben Schichten, welche ursprünglich Kalkstein waren, jetzt als Hornstein vorliegen.