FeedMeissonier (Jean Louis Ernest)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Meissonier (Jean Louis Ernest), berühmter franz. Genremaler, geb. 21. Febr. 1815 zu Lyon, lernte kurze Zeit bei Cogniet in Paris und wandte sich dann dem histor. Genrefache zu. Seine kleinen Gemälde stellen meist Scenen aus dem franz. Volksleben des 18. Jahrh. dar, sind mit Gemüt aufgefaßt und mit gründlichem Detailstudium und feinem histor. Sinn in der Weise der alten Holländer ausgeführt. Viele seiner Bildchen haben enorme Preise erzielt. Die Bewunderung des Publikums und der Bildersammler bannte M. in eine Art Zauberkreis, weil jedes von ihm vorgebrachte Thema: Raucher, Biertrinker, Musikdilettanten, Bücherleser, Zeichner, Schachspieler, Kunstliebhaber, Künstler im Atelier, solchen Anklang fand, daß er zahlreiche Varianten davon verfertigen mußte. Er schildert mit Vorliebe Seenen ruhiger und feiner Häuslichkeit, fhrt aber bisweilen auch aus niedern Lebensverhältnissen bewegtere, sogar stürmische Auftritte im Laedn der Häuser oder auch im Freien vor. Belege davon sind seine Kugelspieler (1847), die Bravi (1852), die Rauferei (1855) und verschiedene Halte vor Wirtshäusern. Seitdem er 1861 Mitglied der Akademie geworden, versuchte er sich auch, obschon nicht mit gleichem Erfolg, in Gegenständen einer höhern Richtung, so Napoleon I. auf dem Rückzuge aus Rußland und Napoleon III. in der Schlacht bei Solferino. Sein Sohn Jean Charles M. bewegt sich auf demselben Gebiet wie sein Vater.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 592Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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