FeedVogelsang (Hermann)
NaturlehreBrockhaus 1882

Vogelsang (Hermann), verdienter Mineralog, geb. 11. April 1838 zu Minden, widmete sich ursprünglich dem Bergfache in Siegen und Saarbrücken, besuchte 1858 die Hochschule in Bonn, wo er später sich dem Lehrfache zuzuwenden entschloß. Einen großen Teil der J. 1861 und 1862 verbrachte er auf wissenschaftlichen Reisen, zumal in Südfrankreich, Italien, Corsica. Im J. 1864 habilitierte er sich in Bonn, folgte jedoch bald einem Rufe an das Polytechnikum in Delft, wo er 6. Juni 1874 starb. V. hat als einer der ersten die Bedeutung mikroskopischer Untersuchungen für die Mineralogie und Geologie erfaßt und in dieser Beziehung eine Reihe von grundlegenden Forschungen angestellt, zugleich auch mit großem Scharfsinn und Glück den exverimentellen Weg zur Aufklärung dunkler Gebiete jener Disciplinen betreten. Ihm verdankt man unter anderm den Nachweis von der Gegenwart der flüssigen Kohlensäure in vielen Mineralien und Gesteinen, die genauere Kenntnis von den anfänglichsten Entwickelungsstadien der Krystallbildungen und Vorschläge zu einer neuen Klassifikation der Gesteine, welche allgemeine Beachtung fanden. Von seinen besonders erschienenen Schriften sind zu nennen das preisgekrönte Werk „Die Vulkane der Eifel, in ihrer Bildungsweise erläuterte (Harlem 1864), «Philosophie der Geologie nebst mikroskopischen Gesteinsstudiens (Bonn 1867), „Die Krystalliten⸗(Bonn 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 310Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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