FeedVolsinii (Volsinium, Vulsinii, Felsuna)
ErdkundeBrockhaus 1882

Volsinii (Volsinium, Vulsinii, Felsuna), eine der Zwölfstädte Etruriens, jetzt Bolsena (s. d.). Volsker (Volsci), Volksstamm des alten Italien, der sich durch seine Sprache (ogl. Corssen, De Volscorum linguan, Naumb. 1858) als ein Zweig des umbrisch-sabellischen Stammes aufweist. (S. Italische Völker und Sprachen.) Ihr Gebiet war westlich von den Latinern und Hernikern, nördlich von den Marsern, östlich von den Samnitern und Auruncern, südlich durch das Meer begrenzt und zerfiel durch den Lauf des untern Liris Garigliano) und des mit diesem zusammenfließenden Trerus (Sacco) in zwei ziemlich gleiche Teile, beide durch hohe Berge, die heute noch sog. Volskerberge, Schutz und Angriffspunkte gegen die Nachbarn gewährend. Im nördl. Teil lagen die Städte Sora, Arpinum, Fregellä, Aquinum, Casinum (Monte-Casino); im südlichen, dessen westl. Seite durch die Pontinischen Sümpfe eingenommen war, Fabrateria, Doutenaw. Antium, Circesi, Tarracina. Suessa-Pometia wurde frühe latinische Kolonie und noch vor der Unterwerfung des ganzen Landes zerstört. In der Geschichte sind die V. bekannt durch ihre seit Tarquinius Superbus beinahe zwei Jahrhunderte lang geführten Fehden mit Rom und dem latinischen Bunde. Von Tarquinius besiegt, kamen sie im Verein mit den Aquern in den ersten Zeiten der Republik wieder empor und wurden nach der übrigens verworrenen Tradition besonders 488, als der verbannte Coriolan sie führte, für Rom gefährlich. Indessen durch den Beitritt der Herniker zum latinischen Bunde 386 wurde ein Keil zwischen Aquer und V. getrieben. Die röm.⸗latinische Macht ging Schritt für Schritt vor, legte eine Kolonie nach der andern an, zuerst an der Seeküste, dann im Innern und wurde nach den Kriegen 389—377 bis Mitte des 4. Jahrh. v. Chr. vollkommen Herr des ganzen Landes, das, obschon noch einzelne Erhebungen gegen Rom stattfanden, bald gänzlich latinisiert war. Die volskische Stadt Arpinum hat Rom den Marius und Cicero gegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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