FeedWach (Adolf)
GeschichteBrockhaus 1882

Wach (Adolf), ausgezeichneter Rechtslehrer, geb. 11. Sept. 1843 zu Kulm in Westpreußen, studierte in Berlin, Heidelberg und Königsberg, promovierte 1865 an letzterer Universität als Doktor der Rechte, bezog dann zur Vorbereitung für die Habilitation die Universität Heidelberg und Ostern 1866 Göttingen. Ostern 1868 habilitierte sich W. in Königsberg für Kirchenrecht und Civilprozeß, wurde jedoch schon Ostern 1869 als ord. Professor für Civilprozeß und Strafrecht an die Universität Rostock berufen. Ostern 1871 folgte er einer Berufung nach Tübingen, im Herbst 1872 einer solchen nach Bonn und im Herbst 1875 einem Rufe an die Universität Leipzig. Hier übt er seitdem durch seine Vorträge über Civilprozeß und Strafrecht, sowie durch praktische Übungen eine einflußreiche akademische Thätigkeit aus. Seit Einführung der Reichsjustizgesetze 1879 ist W. behufs Studiums des Prozesses an seiner unmittelbarsten Quelle auch praktischer Richter am Landgericht zu Leipzig in Civilsachen. Daneben widmet er sich gemeinnützigen Bestrebungen und der Teilnahme an der kirchl. Gemeindeverwaltung. Die an ihn seitens des preuß. Kultusministeriums ergangene Aufforderung, die Stellung eines Referenten für die Universitätsangelegenheiten im Ministerium zu übernehmen, lehnte er ab. W. ist mit einer Tochter von Felix Mendelssohn-Bartholdy vermählt. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: «Der ital. Arrestprozeßo (Lpz. 1868), „Vorträge über die Reichscivilprozeßordnunge (Bonn 1879), Handbuch des deutschen Civilprozeßrechtse (1. Bd., Lpz. 1885). Außerdem veröffentlichte W. zahlreiche Abhandlungen in Zeitschriften, z. B. dem Archiv für civilistische Praxiso.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 355Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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