FeedWindblume
PflanzenreichBrockhaus 1882

Windblume, s. Anemone. Windbruch, Windwurf, Windfall, entsteht in den Wäldern durch Stürme, welche die Bäume zerbrechen oder entwurzeln. Ist die Widerstandsfähigkeit der Wurzel größer als die des Stammes, so entsteht Windbruch, widersteht dagegen die Wurzel der Kraft des Sturmes weniger als der Schaft, so erfolgt Windwurf oder Windfall. Störung der planmäßigen Wirtschaft, Zerbrechen wertvollen Nutzholzes, Überfüllung des Marktes, Vermehrung schädlicher Insekten, namentlich der Borkenkäfer, sind die Nachteile, welche jeder W. um so mehr bringt, je ausgedehnter er ist. Flachwurzelnde Holzarten, z. B. Fichte, sind der Gefahr des Windwurfs am meisten ausgesetzt. Die tiefwurzelnden Kiefern u. s. w. brechen mehr. Die hauptsächlichste Sturmrichtung in Deutschland ist aus West und Nordwest. Die Forsteinrichtung (s. d.) hat durch gehörige Gruppierung der Bestände nach ihrem Alter, durch Bildung von Waldmänteln, indem man an den Bestandsrändern tiefbeastete und festbewurzelte Randbäume erzieht, durch rechtzeitig eingelegte Loshiebe und Umhauungen der Sturmgefahr möglichst vorzubeugen. Forstwirtschaftliche Maßregeln, welche vollständige Sicherheit gegen Sturm bringen könnten, gibt es nicht. Wo es der Standort gestattet, gewährt einigen Schutz die Mischung sturmfesterer Holzarten (meist Laubhölzer) mit den der Gefahr mehr ausgesetzten Nadelhölzern, namentlich Fichten. In Deutschland fanden waldverheerende Stürme während unsers Jahrhunderts hauptsächlich 1801, 1833 und 1868 statt. Wirbelstürme oder Windhosen schaden meist weniger, weil sie seltener auftreten und sich auf kleinere Gebiete beschränken. Vgl. Heß, Forstschutzo (Lpz. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 677Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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