FeedWallin (Johan Olof)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Wallin (Johan Olof), berühmter schwed. Dichter und Kanzelredner, geb. 15. Okt. 1779 zu Stora Tung in Dalarna, zu Upsala, trat 1803 als Dichter auf und erhielt von der Schwedischen Akademie den großen Preis, den man ihm auch in den folgenden Jahren wiederholt erteilte, worauf er 1810 Mitglied der Akademie wurde. Er hatte sich w1806 für den geistlichen Stand bestimmt und war zugleich 1809 Lektor an der Kriegsakademie zu Karlberg und Pastor zu Solna geworden. Nunmehr wandte er sich der geistlichen Liederdichtung zu, in welcher Gattung er in Schweden unübertroffen dasteht. Wesentlich durch ihn erhielt Schweden 1819 eins der vorzüglichsten unter allen vorhandenen Gesangbüchern. Auch als Kanzelredner zeichnete sich W. aus. Besonders bewunderte man seine Gelegenheitsreden. Im J. 1812 kam er als Pastor nach Stockholm, nachdem er schon im Jahre vorher den Auftrag erhalten, dem Prinzen Oskar Religionsunterricht zu erteilen. Im J. 1816 ward er zum Dompropst in Westeräs berufen, 1818 erhielt er die Stelle eines Pastor Primarius an der großen Kirche zu Stockholm, kraft welches Amtes er Mitglied des Reichstags wurde. Im J. 1837 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof von Upsala. Dort starb er schon 30. Juni 1839. Die von ihm herausgegebenen „Religions-Tal vid ätskilliga tilifälleno (3 Bde., Stockh. 1825—31; deutsch von Rothlieb, Berl. 1835), denen nach seinem Tode „Predikningaro (3Bde., Stockh. 1840—41 u. öfter) und Predikningar. Ny Argängo (2 Bde., Stockh. 1850 —51) folgten, fanden weite Verbreitung. Seine poetischen Arbeiten erschienen gesammelt als „Witterhets-arbeteno (2 Bde., Stockh. 1848.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 416Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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