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ErdkundeBrockhaus 1882

Wedel, Stadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Pinneberg, an der Wedeler Au, 1km rechts von der Elbe, Station der Linie Altona-Blankenese-W. der Preußischen Staatsbahnen, zählt (1885) 1820 E. und hat eine Rolandssäule auf dem Marktplatz, Schiffahrt und bedeutende Milchwirtschaft mit Absatz nach Hamburg und dessen Vororten. Nach der 1311 angelegten, jetzt in Ruinen 4• Hatzburg heißt noch heute das Kirchspiel W. amtlich Vogtei Hatzburge, Wedell-Malchow (Friedr. von), Reichstags- und preuß. Landtagsabgeordneter, geb. 23. April 18²3 Malchow, besuchte das Gymnasium zu Prenzlau, studierte in Bonn und Berlin die Rechte und machte hierauf größere Reisen durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Nach seiner Rückkehr trat er in die jurist. Laufbahn ein, schied aber 1848 aus dem Justizdienste aus, um die Bewirtschaftung seiner Güter Malchow und Polzow zu übernehmen. Mit großem Eifer widmete er sich hier den Aufgaben der Selbstverwaltung; 1856 wurde er Ritterschaftsrat und 1875 Ritterschaftsdirektor der Ulermark. Als Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses, dem er seit 1866 ununterbrochen angehört, und des Deutschen Reichstags, in welchem er 1871—75 und aufs neue seit 1877 den Wahlkreis Prenzlau-Angermünde vertritt, schloß er sich der konservativen Partei an, zu deren hervorragendern Mitgliedern er gehört. W. ist noch Vorsitzender des Deutschen Landwirtschaftsrats, des ständigen Ausschusses der Verkehrsinteressenten und der brandenb. Gewerbekammer. Ein von ihm beantragtes Börsensteuergesetz wurde 8. Mai 1885 vom Reichstage angenommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 498Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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