FeedWeiß (Hermann Karl Jakob)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Weiß (Hermann Karl Jakob), Kulturhistoriker, eb. als Sohn des spätern berliner Hofschauspielers Johann Gottlieb Christian W. in Hamburg 22. April 1822, besuchte die Klödensche Gewerbeschule in Berlin, bereitete sich dann zum Maschinenbaufach vor, widmete sich aber bald der (Figuren-Malerei. Zunächst besuchte er das Atelier des Professors J. S. Otto und wandte sich 1843 nach Düsseldorf, hier seine Studien an der Akademie unter der Leitung des Geschichtsmalers Theodor Hildebrandt fortsetzend. Neben dieser künstlerischen Thätigkeit beschäftigte sich W. eifrig mit kunstwissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Studien. Im J. 1845 kehrte er nach Berlin zurück. W. schrieb:Geschichte des Kostüms (Bd. 1: «Afrikab, Berl. 1853). Diesem folgte: Kostümkunde. Geschichte der Tracht, der baulichen Einrichtungen und des Geräts von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart (Stuttg. 1856 fg.; 2. Aufl. 1881 fg.). Im J. 1854 wurde W. Lehrer an der berliner Akademie der Künste, 1858 auch zur Mitververwaltung des Kupferstichkabinetts berufen. Letztere Stellung gab er 1877, erstere 1884 auf. Im J. 1879 wurde er zum Direktor der Ruhmeshalle, 1883 zum Geh. Regierungsrat ernannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 524Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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