FeedWeitbrecht(Karl)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Weitbrecht(Karl), lyrischer Dichter, geb. S. Dez. 1847 zu Neuhengstett bei Calw in Württemberg, widmete sich in Tübingen theolog. und litterarischen Studien. Bis 1874 Pfarrvikar an mehrern Orten seiner Heimat, trat er 1870 mit seinen deutschen Kriegsliedern „Lieder von einem, der nicht mit darfe, 1873 mit Was der Mond bescheints, Ge⸗( dichte zu Bildern von Hugo Knorr, in die Offent-1 lichkeit. Die meisten Lieder dieser beiden Sammlungen gingen dann in die Gedichte über (Stuttg. 1875; 3. Aufl. 1880). Mit seinem Bruder Richard W. gab er 4Gschichtan ausm Schwöbalando und „Nohmöl Schwöbagschichtav heraus (Stuttg. 1882). Diesen folgte 1882 eine Novellensammlung Verirrte Leutes (Stuttg. 1882) und das „(Geschichtenbuche Dan 1884), in demselben Jahre das mit Eduard Paulus herausgegebene «Schwäbische Dichterbucho, endlich 1885 «Der Kalenderstreit von Sindringens und 1886 die Novellensammlung »Heimkehro. Aus dem seit 1876 von ihm redigierten Neuen deutschen Familienblatte gab er eine Reihe von Artikeln: „Was ist's mit der Sozialdemokratie?» (5. Aufl., Stuttg. 1886) heraus. Seit 1874 war er Diakonus in Schwaigern bei Heilbronn; 1886 wurde er Rektor der höhern Töchterschule und des Lehrerinnenseminars in Zürich. In neuerer Zeit wandte er sich auch der Dramatik zu und schrieb eine Tragödie Sigrunv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 532Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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