Weizen (Triticum L.), eine zur Familie der Gräser gehörige Pflanzengattung, welche sich dadurch auszeichnet, daß die aus zwei bis drei Blüten bestehenden Ahrchen einzeln in den Ausschnitten der Spindel sitzen und derselben mit der breiten Seite zugekehrt sind. Jedes Ährchen besitzt zwei lederartige, kahnförmige Kelchspelzen mit oder ohne Grannen, jede Blüte zwei Körnerspelzen, von denen die untere meist in eine lange, rauhe, gerade Granne ausläuft, öfter aber auch grannenlos ist (3. B. beim Kolbenweizen). Das ovale, seitlich gefurchte Korn ist das mehlreichste aller Getreidegattungen. Die Weizenarten sind uralte Kulturpflanzen, deren ursprüngliches Vaterland unbekannt ist. (S. Getreide.) Zum Anbau des W. eignen sich kältere Länder nicht. Am besten gedeiht er in mittlerm Klima auf feuchtem, gebundenem Boden. Brand und Rost richten in Weizenfeldern oft große Zerstörungen an. Der W. ist die vorzüglichste und nächst dem Mais ergiebigste Getreidegattung. Die am meisten verbreitete und angebaute Art, der gemeine W., welcher als Wintergetreide (T.hibernum L.) und als Sommergetreide (T. aestivum L.) kultiviert wird, war schon 2822 v. Chr. den Chinesen als Getreidepflanze bekannt. Von ihm sind im Laufe der Jahrtausende zahllose Varietäten entstanden; als ertragreichste haben sich die in England gezüchteten Sorten, namentlich Shiriff's Square head erwiesen. Während man in Deutschland Weizenmehl nur zu feinerm Gebäck verwendet, dient es in England, Frankreich und ganz Südeuropa ausschließlich zum Brotbacken. Außerdem bereitet man daraus Stärke, Bier (Ale), Branntwein und Essig, während das Stroh auch als Viehfutter (als Häcksel) und zur Verfertigung von feinen Geflechten, namentlich Strohhüten (besonders dasjenige des sog. italienischen Sommerweizens), gebraucht wird. Das Korn des W.s hat folgende Zusammensetzung: 14 Proz. Wasser, 13 Proz. Eiweiß, 1,5 Proz. Fett, 66 Proz. Kohlehydrate, 3 Proz. Rohfaser und 2,5 Proz. Asche. Die Ernte beläuft sich auf 10—40 Metercentner Körner und 20 —50 Metercentner Stroh pro Hektar. Vgl. Reichenbach, Die Pflanzen im Dienste der Menschheito (Bd. 2: «Der W., seine natürliche Beschaffenheit u. s. w. », 2. Aufl., Berl. 1868); Krafft, «Lehrbuch der Landwirtschafte(Bd. 2, 4. Aufl., Berl. 1885).