FeedWilhelm von Holland
GeschichteBrockhaus 1882

Wilhelm von Holland, deutscher König 1247 —56, geb. 1227, folgte 1234 seinem Vater, dem Grafen Florentinus IV., in der Grafschaft Holland. Nach dem Ableben des Gegenkönigs Heinrich Raspe (s. d.) wurde er von den rhein. Fürsten unter Leitung des päpstlichen Legaten zu dessen Nachfolger 3. Okt. 1247 gewählt und, nachdem er die Krönungsstadt Aachen nach langer Belagerung eingenommen, daselbst 1. Nov. 1248 gekrönt. Da indes die Mehrzahl der Stände sich zu Friedrich II. hielten, so mußte W., ohne etwas gegen diesen ausrichten zu können, wieder nach Holland zurückkehren. Erst nachdem Friedrich II. 1250gestorben und KonradIV. enötigt war, 1251 über die Alpen zu ziehen, um ene ital. Erblande zu retten, gewann W. durch seine Gnadenbezeigungen und Belehnungen in Deutschland einigen Anhang. Als Konrad IV. 1254 in Italien starb, erkannten fast alle deutschen Fürsten und der mächtige Rheinische Städtebund (s. d.) W. als König an, der aber schon 28. Jan. 1256 im Kampfe gegen die Friesen fiel. Nun folgte das sog. große Interregnum. Vgl. Meermann Freiherr von Dalem, «Geschichte des Grafen W. von Holland, röm. Königso (aus dem Holländischen, 2 Bde., Lpz. 1787—88); Sattler, «Die flandrisch-holländ. Verwickelungen unter W. von Hollando (Götting. 1872); A. Ulrich, «Geschichte des röm. Königs W. von Hollando (Hannov. 1882); Hintze, Das Königtum W.sv (Lpz. 1885).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 645Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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