Wilhelm II., der Rote (Rufus), König von England 1087—1100, zweiter Sohn des vorigen, folgte nach dem Willen desselben in England nach, während der ältere Bruder Robert auf die Normandie angewiesen war. Als dieser trotzdem auf England Anspruch machte, hielt W. für nötig, die unterworfenen Angelsachsen sich enger zu verbinden, indem er Herstellung der unter dem König Eduard dem Bekenner gewesenen Einrichtungen verhieß, und so schlug er den Angriff Roberts ab, der übrigens 1096, um am Kreuzzuge teilnehmen zu können, ihm auch die Normandie verpfändete. Roh und gewaltthätig, machte W. alle Stände sich zu Feinden, die normänn. Vasallen, die Geistlichkeit und das angelsächs. Volk, dem er seine Versprechen nicht hielt, und wurde 2. Aug. 1100 auf der Jagd erschossen. Damals war Robert noch im Heiligen Lande; so wurde denn in England sein jüngerer Bruder Heinrich I. (s. d.) ausgerufen. Vgl. Freeman, The reign of William Rufus and the aecession ofρHeury the firsto (2 Bde., Oxf. 1882).