Wittingau (slaw. rebon), Stadt im südlichen Böhmen, auf dem Hochplateau der Lüschnitz, die zur Moldau geht, in einer durch zahlreiche und große Teiche belebten Fläche, Station der Linie Gmünd-Prag der Kaiser-Franz-Josephsbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 5819 CE. Das fürstlich Schwarzenbergsche Schloß, vor der Schlacht am Weißen Berge Besitz der Herren von Rosenberg, enthält das reichste und wertvollste Archiv Böhmens. Die Stadtpfarrkirche mit einzelnen wertvollen Altarbildern gehörte früher zu dem Augustiner-Chorherrenstift, das von den Rosenbergen 1376 gegründet, von diesen 1571 aufgelassen und durch Kaiser Ferdinand II. 1631 wiederhergestellt wurde, bis es der Klosterreform unter Kaiser Joseph II verfiel. Eine zweite Kirche südwestlich der Stadt enthält die fürstlich Schwarzenbergsche Familiengruft. Die Bewohner treiben Teichwirtschaft, Handel mit Holz und Bierbrauerei.