Witzleben (Job Wilh. Karl Ernst von), preuß. Generallieutenant und Kriegsminister, geb. zu Halberstadt 20. Juli 1783, wurde 1802 Offizier. Nach der Schlacht bei Jena kriegsgefangen, aber im Aug. 1807 ausgewechselt, wurde er zum Premierlieutenant ernannt und erhielt eine Gardekompagnie. Eine gediegene Abhandlung über den leichten Dienst gewann W. die Gunst des Generals Scharnhorst, sodaß er im Dez. 1808 als Stabskapitän zu dem neuerrichteten Gardejägerbataillon kam. Anfang 1812 wurde W. zum Major befördert und kämpfte 1813 bei Großgörschen. Während des Feldzugs in Frankreich, wo er sich namentlich bei Paris auszeichnete, stieg er zum Oberstlieutenant auf. Im Frühjahr 1815 ward er dem Generalstabe der Blücherschen Armee überwiesen, dann als Oberst und Chef des Generalstabes zum norddeutschen Bundeskorps versetzt. W. leitete die Belagerungen von Sedan, Mezieres und Montmedy und übernahm später die Verwaltung des Depart. Ardennes. Nach dem Friedensschlussewurde W. zum Inspekteur der Jäger und Schützen und bald darauf zum Chef des Generalstabes beim Generalkommando in Ostpreußen unter Bülow ernannt, blieb aber doch in Berlin, um die Organisation der Maer und Schützen zu vollenden. Im J. 1817 wurde er Direktor des dritten Departements des Kriegsministeriums, rückte 1818 zum Generalmajor und Generaladiutant des Königs und Chef des Militärkabinetts auf und wurde 1821 zum Generallieutenant sowie, als 1833 der Kriegsminister von Hake abtrat, zum wirklichen Staats- und Kriegsminister erhoben. Nachdem er 1835 in den Ruhestand getreten warl, starb er zu Berlin 9. Juli 1837. Seiner Thätigkeit verdankt Preußen vor allem die innigere Verschmelzung des stehenden Heeres mit der Landwehr. Vgl. Minutoli, „Der Graf von Haugwitz und Job von W. (Berl. 1844): Dorow, Job von W.» (Lpz. 1832).