Wohlau, ehemals ein unmittelbares Fürstentum Niederschlesiens, jetzt auf die beiden zum breslauer Regierungsbezirk gehörigen Kreise W. und Steinan verteilt, die zusammen 1224 qkm mit (1885) 72909 E. zählen. Das Fürstentum unter den Piasten bildete unter Konrad VIII., gest. 1492, zum ersten mal ein selbständiges Herzogtum, welches dieser mit Ols vereinigte; 1586 erhielt es Johann Georg, zweiter Sohn des chtoun Georg II. von Brieg, der es, da er ohne Nachkommen starb, an seinen Bruder, Joachim Friedrich von Brieg, vererbte. Dessen Enkel Christian, der es 1639 zugeteilt erhielt, vereinigte es mit den von seinen Brüdern ererbten Herzogtümern Brieg und Liegnitz. Die Hauptstadt Wohlau, Station der Linie Breslau-Stettin der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine evang. Pfarrkirche und eine schöne kath. Kirche, ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule und ein Piastenschloß und zählt (1885) 3064, mit den unmittelbar anstoßenden Dörfern Krummwohlau und Polnischdorf 4575 E., welche zwei Ofenfabriken, eine Dampfmühle, zwei Cigarrenfabriken, eine große Bierbrauerei und viele Ziegeleien unterhalten. In der Nähe findet sich guter Mergel. — Der Kreis Woh lau zählt (1885) auf 803 qkm 48005 meist prot. E.