Zaluski, ein poln. Geschlecht, welches in Galizien und Russisch-Polen große Güter besitzt. An drzei Chrysostom 3., geb. um 1650, gest. 1711, ein vorzüglicher Redner, war Bischof von Ermeland und Großkanzler von Polen unter August II. Infolge von Mißhelligkeiten mit demselben wurde er in Dresden gefangen genommen, 1706 als polit. Gefangener nach Ancona gebracht und bis zum Altranstädter Frieden festgehalten. Seine Epistolae historico-familiareso (5 Bde., Braunsberg 1709—61) enthalten schätzbare Beiträge zur Regierungsgeschichte Johanns III. und Augusts II. 1702, der Sohn eines Wojwoden von Rawa, wurde Kanoniker von Plock und Großreferendar des Reichs. Nach dem Tode Augusts II. trat er auf die Seite des Stanislaw Leszezynski, der ihn mit der Anzeige von seiner Thronbestei ung an Clemens XII. nach Rom sandte, wo Z. drei Jahre blieb. Später begab sich Z. nach Lothringen an den Hof Lesdedoysld⸗ wo er reiche Pfründen erhielt. Er kehrte aber bald nach Polen zurück und wurde 2* Bischof von Kiew ernannt. Z. brachte eine ibliothek von 230000 Bänden zusammen, die er 1748 in einem eigenen Gebäude zu Warschau zum öffentlichen Gebrauche aufstellen ließ. Da er auf dem Reichstage von 1766 gegen die von den Russen beschützten Dissidenten heftig auftrat, welche er auch in der Schrift cDwa miecze v (a Zwei Schwertere, Warsch. 1781) äußerst feindselig bekämpft hatte, so wurde er nach Kaluga verwiesen und hier bis 1773 festgehalten. Er starb 9. Jan. 1774. Seine Bibliothek schenkte er durch Testament dem poln. Volke. Dieselbe war in Warschau aufgestellt, bis sie 1795 nach Petersburg geschafft und dork den Grund zu der kaiserl. öffentlichen Bibliothek legte. Z. hat große Verdienste um die Wiedererweckung der poln. Litteratur. Er war ein Freund Konarskis (E. d.), welchen er auch bei der Herausgabe der „Volumina legumo unterstützte. Seine Schriften bekunden große Gelehrsamkeit, doch zugleich Mangel an Geschmack. In Kaluga schrieb er aus dem Gedächtnis ein wichtiges bibliogr. Werk in Versen: „Biblioteka historyköwyo (herausgegeben von Muczkowski, Krak. 1832); außerdem hat man von ihm ein 4Specimen historiae Poloniae criticaes (Danz. 1733) u. s. w. Andrzej Stanislaw 3., des vorigen Bruder, Hor 1695, begleitete diesen auf Reisen, erhielt in Rom die Doktorwürde und widmete sich nach seiner Rückkehr ins Vaterland dem geistlichen Stande. August III. machte +* 7 ischof von Plock, dann 1735 zum Großkanzler des Reichs, welches Amt Z. 10 Jahre lang verwaltete. Später wurde er Bischof von Krakau und Kanzler der Akademie. Er starb 16. Dez. 1758 in Kielce.