Zeitungen heraus. Die Zahl sämtlicher poln. Zeitschriften beträgt 250. Für die in Galizien lebenden Kleinrussen oder Ruthenen erscheinen seit 1848 besondere Zeitungen, zumeist in Lemberg. Sie sind teils in der reinen Volkssprache, teils in einer großruss. Mischsprache geschrieben. Das wichtigste Organ der letztern Art ist Slovos (Worte, seit 1861); das Organ der erstern, der nationalen Richtung Diloy (Thato). Von belletristischen Blättern sind zu nennen: Rusko-Ukrainskaja Bibliotekas und Zorjas (seit 1874). Auch für den Bruchteil Kleinrussen im nordöstl. Ungarn erschienen seit 1867 in Ungvar einige Zeitungen (Svöty u. a.), aber meist von kurzer Dauer. 20) Das Zeitungswesen datiert bei den Serben und überhaupt Südslawen erst seit neuester Zeit. Die erste serb. Zeitung erschien 1791 in Wien und trug den Namen «Serbskija novinio; sie erschien in Kleinquart und zweimal wöchentlich, und 1792 hörte sie auf zu erscheinen. An ihre Stelle traten die Slaveno-serbskija vjedomostis, welche ebenfalls in Wien zweimal in der Woche erschienen, aber 1794 eingegangen sind. Am 1. Aug. 1813 kam wieder in Wien ein Blatt KRovine serbsker heraus. Die Zeitung ging 14. Febr. 1822 ein. Im J. 1825 begann zu Ofen die periodische Zeitschrift Ijetopis serbskis zu erscheinen, welche auf dem Titelblatt auch die deutsche Aufschrift «Serbische Monatsschrifte trug. Diese Zeitschrift ist später in den Verlag der Matica serbskar übergegangen, welche sie noch heute herausgibt, und mit ist dieselbe die älteste periodische Erscheinung der Serben; 1834 begannen in Kragujewatz in Serbien die Novine serbske, als Organ der serb. als die G einmal wöchentlich zu erscheinen, und als die Staatsbuchdruckerei nach Belgrad übersiedelte, ward auch hier die Zeitung fortgesetzt, und erscheint jetzt als Tageblatt im eigenen Verlage der Staatsbuchdruckerei. Nach dem Revolutionsjahre 1848 begann sich auch das geistige Leben der Serben zu regen und zum Sitz der Presse für das österr. Leben wurde Neusatz. In Belgrad gab die Serbische Gelehrtengesellschaft während der Zeit ihres Bestehens (1847—86) den „Glasniko heraus, 1874 hatten die Südslawen (Serbo-Kroaten) 55