FeedZeune (Aug.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Zeune (Aug.), verdient um Blindenerziehung wie um Geographie und deutsche Sprache, geb. 12. Mai 1778 zu Wittenberg, studierte daselbst und trat 1802 als Docent über Erdkunde auf. Sein Antrittsprogramm De historia geographiaer verschaffte ihm einen Ruf nach Berlin, wo er 1803—5 Lehrer am Grauen Kloster war. Viel Aufsehen machte seine Schrift Uber Basaltpolaritäty (Berl. 1809). Durch seine Gea, Versuch einer wissenschaftlichen Erdbeschreibunge (Berl. 1808; 3. Aufl. 1830) wurde er ein würdiger Vorgänger Karl Ritters. Im J. 1810 erfolgte seine Ernennung zum außerord. Brofessor der Geographie an der berliner Universität. Im Winter 1812—13 hielt er daselbst patriotisch anfeuernde Vorträge über das Nibelungenlied. Seine segensreichste Wirksamkeit aber beruhte in der von ihm 13. Okt. 1806 mit einem .· ½ Zöglinge eröffneten Blindenanstalt, welche bald aufblühte. Sr J. 1814 stiftete er die Gesellschaft für deutsche Sprache und 1828 die Gesellschaft für Erdkunde. Z. starb 14. Nov. 1853. Noch sind von seinen Schriften zu erwähnen: Belisar, über den Unterricht der Blindenv (Berl. 1831; 2. Aufl. 1836), seine Ubersetzung des Ribelungenliedes (Berl. 1814), sowie eine Ausgabe dieses Gedichts im Original (Berl. 1815); die Schrift »Über die Schädelbildung zur festern Begründung der Menschenrassen» (Berl. 1846) etc. Auch hat Z. gute Reliefgloben erfunden. — 3.s Vater, Johann Karl Z., geb. 29. Okt. 1736 zu Stolzenhayn bei Naumburg, war seit 1776 ord. Professor der griech. Sprache zu Wittenberg, wo er 8. Nov. 1788 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 903Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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