Zülpich, Stadt mit (1885) 1965 E. im preuß. Regierungsbezirk Köln, 10 km von der Kreisstadt Euskirchen, Station der Linie Düren-Euskirchen der Preußischen Staatsbahnen, zwischen dem Roten Bach und der Neffel, in fruchtbarer und schöner Gegend gelegen, hat die hübsche zu Anfang des 13. Jahrh. erbaute Pfarrkirche St. Peter, ein altes Schloß und vier sehenswerte Stadttore, welche zu Anfang des 15. Jahrh. von dem kölner Erzbischof riedrich III. von Saarwerden gebaut worden sind. er Ort ist das röm. Tolbiacum im Lande der Ubier, welches im J. 70 n. Chr. bereits genannt wird und so groß war, daß darin neben seinen Einwohnern noch eine Kohorte Soldaten Raum fand. Zur röm. Zeit stand es durch Heerstraßen mit Trier, Reims, Düren, Neuß, Xanten, Köln und Bonn in Verbindung, welche sich im Kastell kreuzten. Später war es häufig der Aufenthalt der fränk. Könige, welche hier einen Palast hatten. Die ältere Annahme, daß der Frankenkönig Chlodwig hier die Alamannen im J. 496 besiegt habe, ist in neuerer Zeit vielfach bestritten worden, nach den neuesten Forschungen aber wird die ältere Annahme recht behalten. Im J. 612 kam es hier wieder zur Schlacht, in welcher Theoderich von Burgund seinen Bruder Theodebert II. von Austrasien besiegte. Auch ließ zu Z. Theodebert I. den um 530 besiegten Thüringerkönig Irminfrid (Hermanfrid) treulos von der Stadtmauer stürzen. Im nahen Dorfe Enzen wurde 1663 beim Bau eines neuen Stalles ein Steinsarg gefunden, in welchem sich ein Gerippe in goldener Rüstung und goldener mit drei Edelsteinen besetzter Krone, ein goldener Schwertgriff und ein von Gold geflochtenes Wehrgehänge befand. Von manchen wird dies Grab für das des Alamannenkönigs, welcher bei Z. fiel, gehalten, während andere der Meinung sind, daß es das Grab eines Frankenkönigs sei. Im 10. Jahrh. kam Z. in den Besitz der Erzbischöfe von Köln und verblieb darin bis zur franz. Occupation.