Zündkapseln, s. Zündhütchen. ündmaschine, s. unter Feuerzeug. ündnadelgewehr ist ein Hinterladungsgewehr, bei welchem das mit der Patrone verbundene Zündmittel durch den Stich einer mittels Federkraft in das Innere des Laufs eintretenden Nadel, die Zündnadel genannt, entzündet wird. Das Wesentliche des Z. ist die Lagerung des Zündmittels im Innern des Laufs und die Konstruktion seines Schlosses. Das erste und vorzugsweise so genannte Z. stammt von Johann Nikolaus von Dreyse (s. d.) und wurde nach mannigfachen Wandlungen 1840 in Preußen angenommen, die Ausgabe des Z. an die Truppen aber noch verzögert und das Gewehr zum Staatsgeheimnis erhoben. Bei Gelegenheit des Zeughaussturms in Berlin 1848 gelangte das Z. an die Offentlichkeit; es wurde von da ab nach und nach und zwar zunächst an die leichten Truppen, später an die gesamte Infanterie ausgegeben. Bei den Kämpfen, welche sich an die Revolution von 1848 anschlossen (Dresden, Baden u. s. w.), kam das Z. bereits zur kriegerischen Verwendung. Die ersten Proben seiner Leistungsfähigkeit in größerm Maßstabe zeigte das Z. im Deutsch-Dänischen Kriege von 1864 und dann in noch viel umfassenderer Weise 1866 in den Kämpfen Preußens gegen Osterreich und seine Verbündeten, wo dem Z. ein entscheidender Anteil an den preuß. Erfolgen zugeschrieben wird, der hauptsächlich seiner Eigenschaft als schnellfeuerndes Hinterladungsgewehr zu verdanken ist. Dies gab den Anstoß zur allgemeinen Annahme der bisher von vielen Seiten mit Geringschätzung betrachteten Hinterladungsgewehre. In Frankreich wurde bereits im Aug. 1866 das Z. von Chassepot (s. Chassepotgewehr) angenommen. Die überlegenheit, welche dieses Gewehr im Deutsch-Französischen Kriege von 1870 und 1871 ufolge seiner erhöhten Rasanz, Tragfähigkeit und Feuergeschwindigkeit über das deutsche Z. zeigte, schius noch vor Beendigung des Kriegs zu dem Entchluß, ein neues Gewehrmodell vom Kaliber 11 mm, welches in ballistischer wie technischer Hinsicht allen Anforderungen genügen sollte, für die deutsche Armee Hunächst ausschließlich Bayerns, welches in seinem Werdergewehr schon eine hinreichend leistungsfähige Konstruktion besaß) einzuführen. Bis zur definitiven Bewaffnung mit demselben, die einen längern Zeitraum in Anspruch nahm, mußte die schon vor dem Kriege beschlossene, durch denselben aufgeschobene Aptierung des Z. nach den Vorschlägen des Werkführers Beck der spandauer Gewehrfabrik (1872) Aushilfe gewähren. Mittels der Aptierung Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI elang es, sowohl die Feuergeschwindigkeit als die Tragweite des Z. so weit zu steigern, daß man mit einiger Aussicht auf Erfolg den vervollkommneten Hinterladern der andern Mächte entgegenzutreten hoffen durfte. Nachdem die Bewaffnung der aktiven Armee mit dem neuen Gewehr 61/71) vollendet war (1875), ist das aptierte Dreysesche Z. noch eine Zeit lang zur Ausrüstung von Reserve⸗ und Besatzungstruppen beibehalten worden. Auch unter den Jagdgewehren sind Doppelflinten mit Zündnadelschloß sehr verbreitet, besonders eine Konstruktion von Fr. von Dreyse (s. d.). (Vgl. auch Handfeuerwaffen und Jagdgewehre.) ündschnur, s. unter Zündungen.