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VerkehrBau-Lexikon 1881
Fig. 934. Brücke über den Rhone bei Tarascon.
Fig. 934. Brücke über den Rhone bei Tarascon.

Bogen, dem horizontalenStreckbalken u der Bogenschenkelfüllung oder den Bogenzwickeln. Der Bogen hat in der Ansicht meist die Form eines Kreissegments, seltener die eines Korb-oder elliptischen Bogens mit meist I-förmigem, seltener röhrenförmigem Querschnitt. In beiden Fällen werden die Bogen aus einzelnen, je 1—10 m. langen, mit einfachen oder doppelten Flanschen versehenen Segmenten mittels Bolzen zusammengesetzt, s. Fig. 931 u. 932. Die Bogenzwickel, welche die Uebertragung der Brückenbahnbelastung auf die Bogen bezwecken, enthalten innerhalb der am Bogen und Streckbalken sich anschließenden Rahmen meist lothrechte, seltener radiale oder auch sich kreuzende Stützen mit gewöhnlich -förmigem Querschnitt. Da die meisten derselben nicht aus einem Stück gegossen werden können, so sind sie mit versetzten Stoßfugen unter sich sowie mit den Bogen u. Horizontalbalken verschraubt. In einzelnen Fällen, wie bei den Polongeau'schen Röhrenbrücken, bestehen die Bogenschenkelfüllungen aus kreisförmigen, im Querschnitt K-förmigen, unter sich und mit der Umrahmung verschraubten Ringen mit nach dem Scheitel hin abnehmendem Durchmesser und Querschnitt. Um die Stabilität der Bin zu vermehren, werden deren Tragrippen bei geringerHöhe durch horizontale Zugstangen u. Stemmröhren, bei größerer Höhe durch gußeiserne, mit Flanschen versehene Andreaskreuze unter sich verschraubt, s. Fig. 932. An den Widerlagern stützen sich die Tragrippen entweder mittels Flanschen auf durchlaufende od. isolirte, mit dem Mauerwerk verankerte, gußeiserne Lagerplatten, mit welchen sie verbolzt werden, od. sie ruhen, wie bei der Radetzzyybrücke in Laibach, in Kämpferscharnieren, um welche sie sich, sowie um ein drittes, in ihrem Scheitel angebrachtes Scharnier, bei eintretenden Längenveränderungen frei drehen. Mit den Horizontalbarren der Stirnrippen sind die gewöhnlich 0,J3—1 m. hohen gußeisernen Brüstungen der Brückenbahn in Abständen von 0, bis höchstens m. verschraubt. 6. Die Brückenbahn besteht bei Eisenbahn⸗ und Straßenbrücken entweder aus gußeisernen, durch Rippen verstärkten oder gewölbten Platten, welche von Tragrippe zu Tragrippe reichen und mit diesen verschraubt sind, oder aus Ziegelgewölben, welche parallel oder senkrecht zur Brückenachse laufen, s. Fig. 933, und sich im erstern Fall auf die Horizontalbalken der Tragrippen, im letztern Fall gegen gußeiserne, auf die Tragrippen aufgeschraubte Querbarren stützen. Die Gußplatten od. Ziegelgewölbe nehmen den Oberbau auf. Bei Eisenbahnbrücken besteht dieser aus einem Kiesbett, in welches Schwellen u. Fahrschienen wie in der freien Bahnstrecke verlegt sind, s. Fig. 934, wodurch die Erschütterungen gemildert u. auf mehrere Tragrippen zugleich vertheilt werden, bei Straßenbrücken aus einer 20—25 Cm. starken Beschotterung oder Steinpflasterung. 00. Die schmiedeeisernen Stützbrücken haben theils eingespannte, an den Stützpunkten fest verankerte

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 514Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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