FeedFärbende Mittel sind theils Metallsalzauflösungen
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Färbende Mittel sind theils Metallsalzauflösungen, theils mit Weingeist oder ätherischen Oelen bereitete Tinkturen verschiedener Pflanzenpigmente. Das Erwärmen des Steines befördert das Einziehen der Farben. a) Auf Marmor. 1. Grün mit Grünspanauflösung. — 2. Gelb mit Gummigutti, in Alkohol aufgelöst. — 3. Dunkelroth mit einer Auflösung von salpetersaurem Silberoxyd. — 4. Schönroth mit Drachenblut, aufgelöst in Alkohol. — 5. Scharlachroth: man zieht Cochenille mit Alkohol aus, setzt dieser Flüssigkeit ein wenig Alaunlösung zu u. trägt sie warm auf. — 6. Purpurviolett durch eine Chlorgoldsolution, ist sehr kostspielig. — 7. Smaragdgrün durch Zusammenschmelzen von Wachs und destillirtem Grünspan; die Mischung wird in flüssigem Zustand auf den Stein aufgetragen und nach der Erkaltung von der Oberfläche wieder weggenommen. Ueberhaupt eignen sich alle mit Alkohol ausgezogenen Pflanzenfarben zum Beizen des Marmors. Man kann auch 2 oder 3 Farben neben einander auftragen, mehr aber nicht, weil sie sonst zusammenfließen; auch muß man zuerst die Farbe auftragen, welche der meisten Wärme bedarf, um in den Marmor einzudringen; überhaupt trage man die mit Wachs zusammengeschmolzenen Farben stets zuletzt auf. Für alle mit Terpentinöl oder Weingeist angemachten Farben muß der Stein schon vor dem Auftragen der Farben erhitzt werden, nur bei alkoholischer Drachenblut⸗ und Gummiguttilösung geschieht das Erhitzen erst, wenn die betreffenden Stellen mit den Farben bedeckt sind. Man nimmt zu dem Ende eine Kohlenpfanne oder besser ein rothglühendes Eisen und fährt damit in der Entfernung eines reichlichen om. über die betr. Stelle des Steins hin; dieses Erhitzen wird so oft wieder⸗

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 292Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6