Karl X. Gustav, König von Schweden, ein Sohn des Pfalzgrafen Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken und der Katharina, einer Tochter Karls IX., geb. 8. Nov. 1622 zu Nyköping, wohin die Eltern kurz vor den Heimsuchungen des Dreißigjährigen Kriegs geflüchtet waren. Nach vollendeter Erziehung begab sich K. nach Deutschland, kämpfte als Freiwilliger unter Torstenson und zeigte bald ein hervorragendes Feldherrntalent. Im J. 1648 ward er zum Generalissimus der schwed. Heere in Deutschland ernannt; 1649 gelang es der Königin Christine, seine Wahl zum Thronfolger durchzus etzen, und am Tage ihrer Thronentsagung (6. Juni 1654 ward K. zum König von Schweden gekrönt. Seine Politik war auf die Gründung einer schwed. Ostseemacht gerichtet; zu diesem Zwecke begann er Krieg mit Polen und warf endlich, mit dem Kurfürsten von Brandenburg verbündet, in der dreitägigen Schlacht bei Warschau (28. bis 30. Juli 1656) die poln. Macht völlig nieder. Der Kurfürst erhielt für seine Unterstützung die Souveränetät in Preußen und Ermland (Vertrag von Labiau). Hierauf wandte sich K. gegen Dänemark und rieb diese Macht fast gänzlich auf. Der Friede von Roeskilde (18. Febr. 1658), nach glücklich vollbrachtem Zuge über die gefrorenen Belte eiligst geschlossen, verschaffte Schweden seine natürlichen Grenzen, indem die Provinzen Blekinge, Schonen, Halland und Bohuslän auf immer mit den übrigen Teilen des Reichs vereinigt wurden. Da aber Dänemark die Friedensbedingungen nicht einhielt, so begann K. aufs neue den Krieg, der indessen nicht von gleichem Erfolge gekrönt wurde. Nach dem mißlungenen Versuch der Erstürmung von Kopenhagen und der verlorenen Schlacht bei Nyborg auf Fünen fand er es nötig, sich mit den Ständen über die Mittel zur Weiterführung des Kampfes zu verständigen. Auf dem zu diesem Zwecke nach Gothenburg berufenen Reichstage starb er plötzlich, 13. Febr. 1660.