FeedKarl IX.
GeschichteBrockhaus 1882

Karl IX., König von Schweden, der jüngste und begabteste Sohn Gustav Wasas, geb. 4. Okt. 1550, unterstützte seinen Bruder Johann (1II.) in der Fehde, die zur Thronentsetzung Erichs XIV. führte (1568), trat aber erst nach Johanns Tode (1592) mehr hervor. Er war bemüht, die durch seinen Vater eingeführte Reformation zu sichern, deren Bestand jetzt durch den Regierungsantritt des kath. Polenkönigs Sigismund und die hereinbrechende kath. Reaktion ernstlich gefährdet wurde. Die Beschlüsse einer nach Upsala (1593) berufenen Reichsversammlung waren in K.s Sinne gehalten, und das Aufrechthalten dieser Beschlüsse ward Sigismund als Bedingung seiner Krönung auferlegt. Als Sigismund trotzdem reformationsfeindliche Pläne hegte, kam es zum offenen Kampfe; eine von Sigismund nach Schweden übergeführte poln. Armee ward zu Stängebro (1598) geschlagen und Sigismund selbst im Jahre darauf entthront. Damit war auch das Schicksal der schwed. Aristokratenpartei besiegelt, welche geneigt war, die Union mit Polen aufrecht zu erhalten, da sie darin ein Mittel zur Wiedergewinnung ihrer frühern Machtstellung erblickte. K. hielt über sie auf dem Reichstage zu Linköping (1600) blutiges Gericht und war seitdem unbestrittener Herrscher. Aber erst nach der freiwilligen Thronentsagung seines jüngern, 1604 volljährigen Neffen Herzog Johanns nahm er den Königstitel an und ließ sich (1607) in Upsala krönen. Kriege mit Polen, Rußland und Dänemark füllten die letzten Jahre seiner Regierung. Er starb zu Nyköping 30. Okt. 1611, die Weiterführung seiner großen Pläne dem jungen Gustav II. Adolf hinterlassend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 122Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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