Karl Ludwig, Kurfürst von der Pfalz, Sohn des Kurfürsten Friedrich V. und der Clisabeth Stuart, geb. 22. Dez. 1617, kam nach dem Tode seines Vaters Ende 1632 unter die Vormundschaft seines Oheims, des Pfalzgrafen Ludwig Philipp. Der Sieg der Kaiserlichen bei Nördlingen (E. Sept. 1630½, welche darauf die ganze Pfalz den Schweden wieder abnahmen, . ihn zur Flucht nach London. Ein Versuch K.s, 1636 von Meppen aus ins Land bewaffnet heimzukehren, ward durch den kaiserl. General Hatzfeld, der diese Stadt eroberte und Okt. 1638 bei Gohfeld an der Werra entscheidend siegte, vereitelt. K. floh wieder, erst nach Hamburg, dann nach Holland. Im J. 1639 wollte er nach Herzog Bernhards Tode dessen Armee übernehmen, aber Richelieu ließ ihn verhaften und nach Vincennes führen (Okt. 1639)z erst Aug. 1640 ward er entlassen. Durch den Westfälischen Frieden erhielt er sein Land mit Ausnahme der Bergstraße, die an Kurmainz siel, wieder, sowie die neu zu errichtende achte Kurwürde. K. begann nun in rastloser Friedensarbeit das Land aus der Verödung der Kriegsjahre emporzuheben. Politisch blieben streiterfüllte Verhandlungen nicht aus, so mit den Spaniern, die erst 1652 Frankenthal räumten, dem kaiserl. Hofe, mit dem aber hierauf durch einen Besuch K.s in Prag und Regensburg die Freundschaft hergestellt wurde, und mit den bayr. Vettern, welche K. 1658 das Reichsvikariat abdringen wollten; in dem Kriege gegen Ludwig XIV. Überzogen die Truppen Turennes die Pfalz, siegten dort bei Sinsheim (Juni 1674), verwüsteten das Land, eroberten 1676 Philippsburg und zerstörten Zweibrücken. Auch nach dem Frieden von Nimwegen bedrängte Ludwig XIV. das Land. Trotzdem hinterließ K. bei seinem Tode 28. Aug. 1680 ein schuldenfreies Land.