FeedKarl Alexander
GeschichteBrockhaus 1882

Karl Alexander, Herzog von Württemberg, geb. 24. Jan. 1684 zu Stuttgart, Sohn des Prinzen und Administrators Friedrich Karl von Württemberg, trat schon als Knabe in österr. Kriegsdienste, zeichnete sich im Spanischen Erbfolgekriege aus, focht 1716—18 ruhmvoll unter dem Prinzen Eugen von Savoyen gegen die Türken, und wurde zum kaiserl. Feldmarschall und zum Statthalter von Belgrad und Serbien ernannt. Er war 1712 zum kath. Glauben übergetreten und erließ 1732, noch zu Lebzeiten seines Vorgängers, die sog. Religions-Reversalien, worin er erklärte, daß er sämtliche Verträge anerkenne und mit der Religionsverfassung des Landes keine Anderung vornehmen werde. Nach dem Antritt der Regierung (1733— 3½) nahm er auf Seiten Osterreichs an dem Polnischen Erbfolgekriege teil. Seine Regierung ist durch das schändliche Treiben seines Geh. Finanzrats, des Juden Süß Oppenheimer, berüchtigt geworden. Im Lande herrschte die größte Unzufriedenheit, und die Stände erhoben sich nachdrücklich gegen die immer drückendere Steuerbelastung. Süß und andere Personen drängten K. zu einem Staatsstreiche, da starb K. plötzlich 12. März 1737 in Ludwigsburg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 132Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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