FeedKarl Alexander
GeschichteBrockhaus 1882

Karl Alexander, Herzog von Lothringen und Bar, österr. Generalfeldmarschall, geb. 12. Dez. 1712, trat in österr. Dienste und zeichnete sich in den Türkenkriegen aus, sodaß ihm die Kaiserin Maria Theresia, seine Schwägerin, bereits 1742 den Oberbefehl in Böhmen anvertraute. Von König Friedrich II. bei Czaslau geschlagen, kämpfte er gegen Bayern und Franzosen, drang 1744 über den Rhein vor, wurde aber zurückberufen und von König Friedrich II. bei Hohenfriedberg und bei Soor geschlagen. K. übernahm im Juli 1746 den Oberbesehl in den Niederlanden, wurde bei Raucourt geschlagen und trat 1747 dort unter den Befehl des Herzogs von Cumberland. Er war dann Generalgouverneur der österr. Niederlande, wurde 1756 nach Wien berufen und übernahm 1757 den Oberbefehl über die kaiserl. Heere. K. wurde von König Friedrich II. bei Prag geschlagen und in der Festung eingeschlossen, aber durch Dauns Sieg bei Kolin entsetzt, folgte dem nach Sachsen abmarschierenden Könige, rückte dann in Schlesien ein und schlug den Herzog von Braunschweig-Bevern vor den Thoren von Breslau, worauf ganz Schlesien in seine Gewalt kam. König Friedrich eilte nach dem Siege bei Roßbach herbei und schlug K. abermals bei Leuthen, worauf dieser den Oberbefehl niederlegte und wieder das Generalgouvernement in den österr. Niederlanden übernahm. Dort starb er 1786.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 133Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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