FeedKatharina I.
GeschichteBrockhaus 1882

Katharina I., Kaiserin von Rußland, 1725— 27, geb. 15. April 1679 in Jakobstadt in Kurland als Tochter des Samuel Skawronski, kam als Waise 1682 zu ihrer Tante nach Kreuzburg, 1683 als Pflegekind des Pfarrers Ernst Glück nach Marienburg in Livland. Hier verheiratete sie sich 1702 mit einem schwed. Dragoner und fiel, als Marienburg 3. Sept. 1702 von den Russen eingenommen wurde, als Gefangene in die Hände des Generals Scheremetjew, von dem sie zum Fürsten Menschikow kam, der sie zu seiner Geliebten machte. Bei diesem mißt, sind unter C aufzusuchen. sah sie Peter der Große und nahm sie, von ihrer Jugend und Schönheit gefesselt, zu sich. Sie trat 1703 zur griech. Kirche ber und erhielt dabei die Namen Katharina Alexiewna. Peter dem Gr. gebar sie vier Töchter, Katharina, Anna, Elisabeth und Natalie, von denen die zweite die Mutter Peters III., die dritte aber Kaiserin von Rußland wurde. Seit 1707 war sie heimlich mit Peter vermählt, der sie 17. März 1711 öffentlich für seine Gemahlin erklärte. Als Peter 1711 am Pruth gegen das türk. Heer verloren schien, gelang es ihr, in Gemeinschaft mit Ostermann und Schaffirow, den Großvezier zu gewinnen und dadurch das russ. Heer aus seiner gefährlichen Lage zu befreien, worauf sich Peter 1. März 1712 feierlich mit ihr trauen ließ. Nach dem Tode des Zarewitsch Alexei ließ sie Peter 7. (18.) Mai 1724 in Moskau als Kaiserin krönen. Doch mußte sie bald darauf seine ganze Unzufriedenheit empfinden, da er sie im Verdacht hatte, mit dem Kammerherrn Moens de la Croix, den er auch deshalb 28. Nov. 1724 enthaupten ließ, in vertrautem Verhältnisse zu leben. Als bald darauf, 8. Febr. 1725, Peter d. Gr. starb, folgte ihm K. und führte die Regierung nach den Plänen des Verstorbenen fort. Auch eröffnete sie 7. Jan. 1726 die von Peter 7. Febr. 1725 gestiftete Akademie der chr Nachsalg Sie starb schon 6. (17.) Mai 1727; ihr Nachfolger war Peter II.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 183Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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