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GeschichteBrockhaus 1882

Katte ist der Name eines der ältesten Adelsgeschlechter der Mark Brandenburg, welches dem preuß. Staate angesehene Militärs und Staatsdiener geliefert hat und in verschiedenen Linien blüht. — Hans Heinrich von K. (geb. 16. Okt. 1681, gest. 31. Mai 1741), der Linie Wust angehörig, stieg in der preuß. Armee bis 1740 zum Generalfeldmarschall und wurde in demselben Jahre von Friedrich II. auch in den preuß. Grafenstand erhoben. — Sein Sohn Hans Hermann von K. (gewöhnlich Katt genannt), geb. 1708, trat als Lieutenant in das Regiment Gendarmes ein, wo er sich durch sein ausschweifendes Leben und wegen Insubordination mehrfach Rügen zuzog, jedoch unerachtet wiederholter Verbote des Königs einer der vertrautesten Freunde des Kronprinzen (spätern Königs Friedrich II.) blieb. Er wurde 6. Nov. 1730 u Küstrin enthauptet, weil er um den Plan desseld n, nach England zu flüchten, gewußt und dessen Ausführung in hervorragender Weise vorbereitet hatte. Der ganze auf die Flucht bezügliche Briefwechsel ging durch seine Hand. — Ein älterer Bruder des Feldmarschalls, Heinrich Christoph von K. (gest. 23. Nov. 1760), wurde 1746 Wirkl. Geh. Staats⸗ und Kriegsrat und Vizepräsident, sowie dirigierender Minister bei dem Generaldirektorium. Seine drei Söhne, Johann Friedrich (gest. 29. März 1764 als Generallieutenant), Berndt Christian (gest. 5. Aug. 1776 als Generalmajor) und Karl Amilius (gest. 16. Nov. 1757) haben sich unter Friedrich II. als Militärs einen geachteten Namen erworben. Der Linie Zolchow entstammte Friedrich Karl von K., geb. 1772 im Magdeburgischen. Derselbe trat 1786 in preuß. Militärdienste und machte die Feldzüge von 1792 bis 1794, sowie 1806 gegen Frankreich mit, in denen er sich rühmlich hervorthat, bis er 1806 bei Lübeck in Gefangenschaft geriet. Nach dem Frieden von Tilsit, während der westfäl. Herrschaft, faßte er den Plan, Deutschland durch ein kühnes Unternehmen von den Franzosen R befreien. Er hatte es zunächst darauf abgesehen, Magdeburg durch Einverständnis und überrumpelung zu nehmen. Als er indes seinen Plan verraten sah, ging er nach Böhmen zum Herzog von Braunschweig, mit dessen Korps er den Zug nach — machte. Mit einer Sendung an Erzherzog Karl betraut, nahm er an den Schlachten von Aspern und Wagram teil und kehrte dann zum Herzog von Braunschweig zurück, mit welchem er nach England ging. Später trat er in österr., 1813 wieder in preuß. Dienste. Er wohnte dann den Feldzügen bis 1815 bei, wurde zum Major befördert und nahm 1826 als Oberstlieutenant seinen Abschied. K. starb 9. Jan. 1836 auf seinem Gute Neuenklitsche. — Sein Bruder, Friedrich Wilhelm Gottfried von K., geb. 12. Okt. 1789, trat 1802 in die preuß. Armee, machte die Feldzüge gegen Frankreich mit und stieg hierauf bis 1844 zum Generalmajor. Im J. 1850 führte er die Vorhut in Hessen und stieß 8. Nov. bei Bronnzell (s. d.) auf die Vorhut der Bundes-Exekutionstruppen. Im J. 1852 trat er als Generallieutenant aus dem aktiven Dienst und starb zu Berlin 6. März 1866. Katteégat nennt man den Meerbusen zwischen der Ostküste Jütlands und der Westküste Schwedens, nördlich von den dän. Inseln. Im Süden hängt das K. durch den Großen und den Kleinen Belt und den Sund mit der Ostsee zusammen. Es hat im W. und S. niedrige, im O. an der schwed. Seite aber sehr steile, felsige Gestade und ist gefährlich zu befahren, daher das plattdeutsche Sprichwort: Dat K. makt den Schippa den Hals natt. v

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 191Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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