FeedKatten oder Chatten
GeschichteBrockhaus 1882

Katten oder Chatten, ein deutsches Volk, bei Cäsar noch unter dem allgemeinen Namen der Sueven (s. d.) begriffen, grenzten zur Zeit der röm. Kaiser gegen S. an den Taunus und Main, an das röm. Zehntland (s. d.), gegen W., nach dem Rheine hin, den sie um den Taunus berührten, an die (Übier, später an die) Tenkterer und Usipeter, gegen NW. an die Sigambrer, später die Marsen, gegen N. an die Diemel und an die Cherusker und gegen O. an die Hermunduren an der Werra, in deren Nähe die Salzquellen mit Wahrscheinlichkeit zu suchen sind, um welche sie mit jenen im J. 59 n. Chr. kämpften. So wohnten sie hauptsächlich in dem jetzigen Hessen, dessen im Anfang des 8. Jahrh. zuerst vorkommender Name sich mit dem ihrigen etymologisch berührt. Die Südwestspitze ihres Landes wurde 9 v. Chr. von den Römern unter Drusus eingenommen, und die dort wohnenden kattischen Mattiaker (Mattiacum, jetzt Wiesbaden) waren längere Zeit röm. Unterthaneu. An der siegreichen Erhebung deutscher Stämme gegen Rom unter Armin nahmen auch K. teil, und als nach Armins Ermordung das Ansehen der Cherusker sank, wuchs die Bedeutung der K., namentlich durch die von Tacitus gerühmte Trefflichkeit ihres Fußvolks und ihre kriegerische Tüchtigkeit überhaupt. Unter Mare Aurel machten sie Einfälle in das röm. Germanien und Rhätien. Caracalla versuchte zu Anfang des 3. Jahrh. gegen sie und die Alamannen einen nicht sehr erfolgreichen Feldzug, ein Teil der K. ging dann in der alamannischen Gruppe auf. Gegen Ende des 3. Jahrh. tritt ihr Name vor dem der Franken zurück; er wird zuletzt gegen Ende des 4. Jahrh. von Claudianus erwähnt. Das Volk bildete nun einen Hauptbestandteil des Frankenbundes, speziell der Ripuarier.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 191Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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