Kauffmann (Angelika), Malerin, geb. 30. Okt. der Ral Chur in Graubünden, wohin ihr Vater, der Maler Johann Joseph K. (aus Schwarzenberg im Bregenzerwalde), von dem dortigen Bischof berufen worden war, um ein Gemälde für dessen Kirche auszuführen. Nachdem sie sich in Italien 1753—65 zur Meisterin im Fache der Malerei ausgebildet, ging sie nach London, wo sie ihren Ruf begründete. Infolge eines ihr gespielten Betrugs ging sie hier mit einem Abenteurer eine Ehe ein, die bald wieder getrennt werden mußte. Nach ihrer Rückkehr nach Rom 1781 verheiratete sie sich mit einem venet. Maler Zucchi, der 1795 starb. Kaiser Paul I. von Rußland, Joseph II. gehörten zu den Bewunderern ihres Talents. Für den letztern hatte sie die Heimkehr nach der Teutoburgerschlacht und die Leichenfeier der Pallas gemalt. Sie selbst starb in Rom 5. Nov. 1807. Ihre Büste wurde 1808 im Pantheon aufgestellt. Die von ihr gelieferten Porträts und hauptsächlich nach Antiken gemalten histor. Gemälde sind sehr zahlreich. Ihre Komposition ist zwar vielfach schwächlich und ermüdet durch Wiederholung desselben Motivs, zumal in ihren weiblichen Figuren; doch zeigte sie sich in dem oft sehr schönen und warmen Kolorit und in der Grazie der Formen als echte Nachfolgerin von Mengs. In mehrern Galerien findet sich ihr reizendes Bild von ihrer eigenen Hand. Sie versuchte sich auch im Radieren, 34 Blätter stellen religiöse und mythische Gegenstände dar.