Kesselsdorf, Dorf, 8 km südwestlich von Dresden, bekannt durch die Schlacht von Kessels dorf, 15. Dez. 1745, in welcher die Preußen unter Fürst Leopold von Dessau die Sachsen unter Feldzmarschall Rutowski schlugen. Die Sachsen hatten eine vorteilhafte Stellung, den linken Flügel an das von acht Grenadierbataillonen besetzte K. gelehnt und eine starke Artillerie. Sie schlugen die ersten Angriffe, welche auf K. gerichtet waren, tapfer zurück; die Grenadiere ließen sich aber verleiten, zur Verfolgung aus K. vorzubrechen, und wurden von zwei preuß. Reiterregimentern mit großem Verlust zurückgetrieben. Darüber ging K. verloren. Gleichzeitig überschritt nun die preuß. Mitte den steilen, mit Glatteis belegten Grund, der sie von den Sachsen trennte, und die sächs. Dragoner bei K. wurden von der preuß. Kavallerie, welche das Dorf umging, geworfen und die Infanterie durchbrochen. Die Folge dieser Schlacht war die übergabe Dresdens 17. Dez. und der Friedensschluß 25. Dez. 1745. Vgl. «Archiv für sächs. Geschichtes (Bd, IX: (Beiträge zur Geschichte der Schlacht bei K.v, von Oberstlieut. Winkler); von Orlich, Der zweite Schlesische Kriege (Berl. 1841). Keffelstein Erz. incrustations, sédiments, dépôts; engl. incrustation, sediment, deposit) ist eine im Innern der Dampfkessel sich ansetzende steinige, mehr oder weniger harte Masse, welche sich beim Verdampfen des Wassers aus einzelnen in demselben enthaltenen en Der bildet. Namentlich tragen die schwefelsauren Verbindungen des Bariums, Calciums und Magnesiums, sowie Thonerde und Kieselsäure zur Bildung des K. bei. Man unterscheidet hiernach folgende sechs Arten K.: Barytkesselstein (kohlensaurer und schwefelsaurer Baryt), Kalkkesselstein (kohlensaurer Kalk und Gips), Magnesiakesselstein (reine, sowie kohlensaure petelß „Thonerdekesselstein, Kieselsäurekesselstein und Mergelkesselstein. Ein Universalmittel gegen den K. giebt es —— Erfolg kann nur ein Mittel haben, welches nach sorgfältiger Analyse des Speisewassers diesem entsprechend gewählt wird; die im Handel vorkommenden Antikesselsteinmittel tragen in manchen Fällen sogar zu einem vermehrten Kesselsteinansatz bei. Die Mittel gegen K. sind prinzipiell wie folgt zu gruppieren: 1) Abblasen des Schlamms; 2) Anwendung chem. Mittel im Kesselwasser, durch welche die Unreinigkeiten leichter löslich werden; 3) Anwendung mechan. Mittel, um die Ansammlung und das Festsetzen des K. an den Platten und Rohren zu verhindern; 4 Anwendung innerer Sammelapparate, aus denen sich der K. leichter entfernen läßt als aus dem Kessel selbst; 5) Verbesserung der Wassercirkulation, indem man die obern und untern Strömungen durch Platten oder Rohre voneinander trennt; 6) Reinigung des Wassers, ehe es in den Kessel tritt, durch Erhitzen, Filtration oder Behandlung mit chem. Agentien; 7) Oberflächenkondensation; 8) Entfernung der gebildeten Kesselsteinkruste durch plötzliche Ausdehnung oder Kontraktion der letztern oder des Kessels; 9) Anwendung galvanischer Mittel, deren Wirkungsweise noch unklar ist; 10) vollständige langsame Abkühlung des Kessels, ehe man ihn abbläst; 11) Vereinigung mehrerer der obigen Methoden.