Kietz (Gustav), Bildhauer, geb. zu Leipzig 26. März 1826, erhielt seine erste Ausbildung an der Akademie in Dresden, trat aber nach einigen Jahren in das Atelier Rietschels, dessen bedeutendster Schüler er neben Donndorf wurde. K. half dem Meister bei der Ausführung seiner großen plastischen Werke, so an der Quadriga des Schlosses in Braunschweig, den Bildhauerarbeiten des neuen dresdener Museums, der Schiller-Goethe-Gruppe in Weimar. Später machte sich K. selbständig und schuf nun eine Anzahl monumentaler Arbeiten. So entstanden das Denkmal des Nationalökonomen Friedr. List für Reutlingen, 1863, und nach Rietschels Tode die Arbeiten für sein begonnenes Lutherdenkmal in Worms, welches K. mit Donndorf beendigte; von K. sind die Gestalten Philipp von Hessen, Melanchthon, Augsburg und die Hälfte der Reliefs. Weitere Denkmale entstanden für Uhland in Tübingen, Gustav Nieritz in Dresden, für Franz Schubert in Stuttgart. Außerdem ist K. der Urheber mehrerer Figuren für das Hoftheater daselbst und der Porträtbüsten Bismarcks in Marmor, Richard Wagners, Ludwig Richters u. a. Jvorigen, geb. zu Leipzig 1816, studierte an der dres7dener Akademie, dann in Paris, wo Delaroche sein Lehrer wurde. Er war hier als Bildnismaler thätig, rlieferte auch gelungene Zeichnungen und Pastellgemälde, wurde aber nach den politischen Ereignissen evon 1870 als Deutscher ausgewiesen und siedelte sich nun in Dresden an, wo er als Lehrer wirkt.