Kieserit, ein technisch wichtiges, unter den Abraumsalzen der Salzlager in Staßfurt und Leopoldshall, auch bei Kalusz in Galizien und zu Hallstatt in Osterreich sich findendes Mineral, aus 87½1 Teilen schwefelsaurer Magnesia und 12, Teilen Wasser bestehend (MgS0. Fag), ist eine weißliche und schimmernde, sehr feinkörnige bis dichte, aus monoklinen Kryställchen zusammengesetzte Masse, die sich fast nicht in kaltem Wasser, sondern erst bei jängerm Sieden löst. Der K. zieht sehr begierig Wasser an, wird trübe und geht endlich in Bittersalz über. Man verwendet ihn zur Darstellung des Bittersalzes, des schwefelsauren Kalis und Glaubersalzes, des Alauns, von Magnesiaweiß und zur Fabrikation von Cement.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 268Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei