Kleber (Jean Baptiste), franz. General, geb. zu Straßburg 6. März 1753 als Sohn eines Maurermeisters, kam im Alter von 16 J. nach Paris, wo er sich der Baukunst widmete. Er trat jedoch dann in die Militärschule zu München, wo er 1776 den österr. General Kaunitz kennen lernte, der ihm eine Lieutenantsstelle in seinem Infanterieregiment verlieh. Nach dem Feldzuge von 1778 stand K. in Luxemburg, nahm 1783 den Abschied und wurde Bauinspektor zu Belfort, trat aber beim Ausbruch des Revolutionskriegs 1792 unter die Freiwilligen vom Oberrhein und wurde Chef eines Bataillons, das nach Mainz rückte. Während der Verteidigung 1793 entwickelte er als Generaladjutant außerordentliche Thätigkeit. Gleich den übrigen Oberoffizieren geriet auch er nach der Kapitulation (22. Juli) in Untersuchung, wobei er den Mut hatte, das Verhalten Custines (s. d.) zu verteidigen. Zum Brigadegeneral erhoben, kämpfte er hierauf in der Vendée, wo er nach der Schlacht von Cholet den Grad eines Divisionsgenerals erhielt. eil er aber den Bürgerkrieg durch milde Behandlung der Royalisten beizulegen trachtete, erregte er Verdacht und wurde abberufen, um 1794 eine Division in der Nordarmee zu übernehmen. Er stand dann unter Jourdan und nahm an der Schlacht von Fleurus (26. Juni) Anteil, worauf er Mastricht eroberte und danach bis Sept. 1795 die Leitung der Belagerung von Mainz übernahm. Später führte er in den Feldzügen von 1795 und 1796 Jourdans linken Flügel. Mit der Direktorialregierung zerfallen, verließ er die Armee und lebte zu Chaillot bei Paris. General Bonaparte bestimmte ihn jedoch zur Teilnahme am Zuge nach Agypten. Bei der Einnahme von Alexandria wurde K. am Kopfe schwer verwundet. Nach der Genesung begleitete er Bonaparte nach Syrien, nahm mit seiner Division Jaffa und Gaza, gewann die Schlacht am Berge Tabor und übernahm bei Bonapartes Abreise 1799 den Oberbefehl. Da es nicht möglich schien, Agypten zu behaupten, schloß K. mit dem brit. Kommodore Sidney Wbewi eine Konvention, nach welcher die franz. Truppen freie Überfahrt mit Waffen und Gepäck erhalten sollten. Als aber der brit. Admiral Keith diesen Vertrag verwarf, faßte K. den kühnen Entschluß, das Land aufs neue zu unterwerfen. Er zertrümmerte mit seiner geringen Macht die ganze türk. Armee 20. März 1800 bei Heliopolis, unterwarf das empörte Kairo und war in kurzer Zeit wieder Herr von ganz Ägypten, wurde jedoch 14. Juni 1800 zu Kairo von einem fanatischen Türken ermordet. Ludwig XVIII. ließ K. zu Straßburg ein Denkmal errichten. Vgl. Ernouf, Le général K.v (Par. 1867); Pajol, X., sa vie, Sa correspondance (Par. 1877).