Klosterschulen waren die ersten Pflegerinnen wissenschaftlicher Bildung, aber sie befanden sich nicht ursprünglich bei den Klöstern und beschränkten sich auch anfänglich auf die Unterweisung derer, welche in das Kloster einzutreten bestimmt waren. Die Legende nennt den heil. Benedictus von Nursia als Stifter dieser Schulen und gibt ihm auch eine Schwester Scholastica, die angebliche Gründerin des weiblichen Benediktinerordens. Die Keime eines Unterrichts finden sich allerdings in der Regula Benedicti, aber nicht in Italien, sondern auf den brit. Inseln haben die Benediktiner den Unterricht gepflegt und als Missionare nach Gallien, Spanien, besonders durch Bonifacius nach Deutschland verpflanzt. Vom 12. Jahrh. an treten die Bettelorden der Dominikaner und Franziskaner hinzu, die sich auch außerhalb der Klöster als Lehrer verwenden lassen, und in den germanisierten Slawenländern die Cistercienser. Die durch Chrodegang von Metz (752) geregelte Stiftsgeistlichkeit erhielt gleichfalls die Verpflichtung des Unterrichts, und Karl d. Gr. stiftete die ersten Domschulen (s. d.). Hier besorgten canonici den Unterricht, der scholasticus und der cantor zeigen schon in ihren Namen die ihnen zustehende Aufgabe; in den Klöstern thaten es gelehrte Brüder, wie denn in den Klöstern die Gelehrsamkeit und wegen des Latein die antike Gelehrsamkeit ihre Stätte gefunden hatte. Die karolingische Zeit hat auch die Klöster mehr zur Lehrpflicht für das Volk herangezogen 9—— namentlich die Pflege des eigentlich wissenschaftlichen Unterrichts übertragen. Die neuere Zeit sieht in ihren Schulen die Vorläufer der Gymnasien und will sogar den Kathedralschulen den Volksunterricht überweisen. Tours (mit Alcuin), Clugny, Fulda (mit Hraban), St. Gallen, Reichenau, Korvei u. a. in den Niederlanden treten hervor. Man schied die schola interior oder ecclesiastica, welche die für den geistlichen Stand bestimmten Knaben (oblati) frühzeitig aufnahm, und die schola exterior für Laien. Der Unterricht ging bei beiden Arten von Schulen vom trivium (Grammatik, Rhetorik und Dialektik) aus und gelangte dann zum quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik). Zuletzt folgte der theol. Lehrkursus, die sacra pagina mit den philos. Wissenschaften. Schon mit dem 11. Jahrh. beginnt der Verfall der K. Rasch entwickelten sich Stadtschulen, aber auch die Universitäten übernahmen die bisherigen Arbeiten beider Arten von Schulen, indem sie in ihren Bursen auch Knaben schon aufnahmen und so förmliche seminaria boten. Noch jetzt haben in den kath. Ländern die Benediktiner blühende Schulanstalten (Bayern, Ssterreich); auch die Piaristen und Franziskaner haben allein den Unterricht in mehrern von dem Staate mit allen Rechten ausgestatteten Gymnasien, aber die Einrichtung ihrer Schulen ist jetzt nach den Gesetzen des Staats geregelt. Mit der Reformation wurde viel geistliches Gut eingezogen; nur in Sachsen und Württemberg hat man den Besitz der Klöster der Schule und der Kirche erhalten. Moritz von Sachsen gründete daraus 1543 die Schulen in Schulpforta, Meißen und Merseburg (später in Grimma) und stattete die Universität Leipzig aus; Herzog Christoph von Württemberg schuf 1556 die Klöster seines Landes in Schulen um, als Vorbildungsanstalten für das Studium der Theologie. Erst 1806 legten diese den Namen K. ab und wurden im Gegensatze zum theol. Seminar (Stift) in Tübingen niedere Seminare genannt. Auch sonst haben einzelne höhere Schulen in Rücksicht darauf, daß sie aus K. hervorgegangen sind, diesen Namen bewahrt (Roßleben, Ilfeld). Vgl. Leon Maitre, Les écoles épiscopales et monastiques de l'Occidento (Par. 1866).