FeedKohorte
GeschichteBrockhaus 1882

Kohorte (lat. cohors, Haufe) hieß bei den Römern anfangs —2315 ein kleinerer militärischer Truppenkörper. Nachdem dann aber zunächst die Truppen der italischen Bundesgenossen in K. eineteilt und je drei Manipeln einer Legion (s. d.) geegentlich und in gewisser Beziehung auch ständig zu K. zusammengefaßt worden waren, wurde die K. seit Marius' Zeit die taktische Grundabteilung auch der Legion, die fortan aus zehn K. bestand. Diese Einteilung blieb in der Kaiserzeit, wo die K. durchschnittlich 500 Mann stark war und später eine derselben von ausgewählter Mannschaft auf die doppelte Stärke gebracht wurde. Neun, dann zehn K. Prätorianer (s. d.) und einige für die Sicherheitspolizei verwendete K. (die cohortes urbanae), sowie sieben K. Wachmannschaft (die cohortes vigilum), diese alle je 1000 Mann stark, lagen in der Hauptstadt. In der Kaiserzeit wurden auch die Truppen, welche den in den Provinzen stationierten Legionen beigegeben waren, in K. eingeteilt, die cohortes auxiliariae (Hilfskohorten), welche entweder aus 500 oder aus 1000 Mann bestanden, von denen wenigstens seit Vespasian ein kleinerer Teil Reiter waren. Der Name verschwand im Mittelalter, wo im Byzantinischen Reiche griech. militärische Bezeichnungen an die Stelle der römischen traten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 402Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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