Köln, das ehemalige Erzstift im Kurrheinischen Kreise, zumeist auf dem linken Ufer des Rheins ißt, sind unter C aufzusuchen. gelegen, ein ziemlich Ranenenei Ländchen, umfaßte auf ungefähr 2750 akm gegen 100 000 C. und zersiel in das Ober⸗ und Unterstift. Außerdem gehörten noch zu dem stiftischen Lande die Grafschaft Recklinghausen und das Herzogtum Westfalen, mit denen es zusammen ein Areal von etwa 6600 akm mit 230 000 E. und 1800000 Mark jährliche Einkünfte hatte. Den Namen führte es von der Reichsstadt Köln (s. d.), wo auch das Domkapitel seinen Sitz hatte; die spätere Residenz war Bonn (s. d.). Der Erzbischof war der dritte geistliche Kurfürst des Deutschen Reichs und Erzkänzler desselben in Italien, sowie auch des Papstes. Wegen der Krönung des deutschen Kaisers führte der Kurfürst mit dem von Mainz einen langen Streit, der 1657 dahin entschieden wurde, daß die Krönung von dem vollzogen werden solle, in dessen Sprengel der Krönungsort liege. Ein Bistum bestand schon frühzeitig zu K.; als erster Bischof wird Maternus, zu Anfang des 4. Jahrh., genannt. Durch Karl d. Gr. wurde K. Ende des 8. Jahrh. zum Erzbistum erhoben; als Suffraganbischöfe aber waren demselben Utrecht (bis 1559), Lüttich, Minden (bis 1648), Münster, Osnabrück und Bremen (bis Mitte des 9.Jahrh.) untergeben. Unter dem Erzbischof Brunol. (953—965), dem Bruder Kaiser Ottos I., gewann das Stift sehr bedeutend an Ansehen und Macht; ebenso unter Heribert (999 — 1021). Anno II. (1056—75) wurde besonders merkwürdig als Vormund und Ratgeber Kaiser Heinrichs IV. (s. d.). Reginald von Dassel (1159—67) war ein treuer Genosse Kaiser Friedrichs I., der ihm Andernach überließ; Philipp I. von Heinsberg (1167—91), ein glücklicher Krieger, erwarb bei der Achtung Heinrichs des Löwen den westl. Teil des alten Engern unter dem Namen des Herzogtums Westfalen (1180). Engelbert I. E.i Desen wurde 1220 von Kaiser Friedrich II. bei dessen Zuge nach Italien zum Reichsverweser bestimmt und wirkte als solcher sehr vorteilhaft. Unter Konrad J. von Hochstaden (123861), der den Grund zum Dome legte, begannen die langwierigen Streitigkeiten mit der Stadt K., die unter Engelbert II. von Falkenburg (1261 —74) die Verlegung der erzbischöfl. Residenz nach Bonn zur Folge hatten. m J. 1369 kam die Grafschaft Arnsberg durch Schenkung des letzten Grafen Hnohn an das Erzstift. Gebhard, Truchseß von Waldburg, trat aus Liebe zur Gräfin Agnes von Mansfeld zur prot. Kirche über und wurde deshalb 1583 vom Papst exkommuniziert und hierauf des Erzbistums verlustig. Ihm folgten nacheinander die Herzöge Ernst 1583, Ferdinand 1612, Maximilian Heinrich 1650, Joseph Clemens 1688 und Clemens August 1723 von Bayern, und diesem 1761 Maximilian Friedrich, Graf von Königsegg-Rotenfels, der die Universität zu Bonn stiftete. Unter Maximilian Franz Xaver, Erzherzog von Osterreich, Sohn des Kaisers FranzJ., der 1784 den erzbischöfl. Stuhl bestieg, 1794 durch die Franzosen aus Bonn vertrieben wurde, anfangs in Mergentheim lebte und 26. Juli 1801 in Hetzendorf bei Wien starb, wurde das Erzstift im Frieden zu Lunéville 1801 säkularisiert und der Teil auf dem linken Rheinufer an Frankreich, der auf dem rechten an Nassau-Usingen, Wied-Runkel, Hessen-Darmstadt und Aremberg abgetreten. Der Wiener Kongreß brachte das ganze kölner Gebiet an Preußen. Bei der neuen Organisation des Erzstifts 1824 wurde der Graf Spiegel zum Desenberg und Canstein zum Erzbischof gewählt, dem 1835 Clemens August, Freiherr von Droste zu Vischering, folgte. Als letzterer 1837 in seiner amtlichen Wirktes Bild. Mit Deutz ist K. durch eine Schiffbrücke, sowie durch die 3. Okt. 1859 eröffnete stehende Brücke der Köln-Mindener Eisenbahn verbunden. Letztere ist ein großartiger Bau (Gitterbrücke von 412 mLänge), der auf drei Strom⸗ und zwei Landpfeilern ruht und aus zwei Abteilungen besteht; die eine derselben dient nur dem Eisenbahnverkehr und hängt durch einen Viadukt mit dem kölner Central-Personenbahnhofe zusammen, während der für Fuhrwerke und Personen bestimmte Teil mittels einer Rampe auf dem Platze hinter dem Dome mündet. Die Brücke wird von sechs Türmen flankiert und ist am Eingange der kölner Seite 11 2. von einer Reiterstatue Friedrich Wilhelms IV. (von Bläser), auf der deutzer Seite b Ufer) von einer Reiterstatue Kaiser Wilhelms I. (von Drake) geschmückt. K. zählt (1880) 144772 C. (mit der Garnison von 5500 Mann), wovon 118845 Katholiken, 21246 Evangelische und 4523 Juden. Die Stadt ist unregelmäßig gebaut und besitzt besonders nach dem Rheine zu noch viele enge, dunkle Gassen mit hohen altertümlichen Häusern. Erst in neuerer Zeit ist K. verschönert und modernisiert worden und sind viele schöne Privat- und öffentliche Gebäude entstanden, ältere städtische Gebäude (Rathaus, Gürzenich) in ihren Hauptteilen umgebaut worden. Seit 1882 ist K. in einer vollständigen Umgestaltung begriffen. Die Stadt hat vom Reiche die alten, seit dem Anfange des 13. Jahrh. entstandenen und seitdem vielfach erweiterten Festungswerke gekauft; das Reich verwendet den Kaufpreis (12 Mill. Mark) zur Herstellung einer neuen Umwallung. Das Areal der Stadt wurde hierdurch um mehr als das Doppelte der Alt-R erweitert. In der Neustadt ist eine prachtvolle zingstraße im Entstehen, die 5 Km lang und auf ihren schmalsten Strecken 32 m breit ist; die Hauptstrecke (Kaiser-Wilhelm-Ring) ist 63 mbreit. mißt, sind unter C aufzusuchen. Einen ungewöhnlichen Reichtum besitzt K. ar architektonischen Werken, unter denen in erster die Kirchen zu nennen sind. Unter ihnen sir roman. Baustil und der übergangsstil stark ten. Als eine der ältesten Kirchen K.s gil Gereon. Die Kirche St. Marie im Kapitol! 1049 durch Papst Leo IX. geweiht, St. Georg St. Aposteln, St. Martin und St. Gereon gehö heutiger Gestalt dem 12. Jahrh. an, haben aber Ende der roman. Periode mancherlei Veränd gen und Erweiterungen erfahren und zeigen b den übergangsstil in wundervollen Modifikati St. Kunibert wurde 1247 vollendet. Die Ki St. Johann Baptist, St. Ursula, St. Cäcilia St. Andreas sind 30. Per und fallen in die schenzeit. In die got. Periode gehören außer hochberühmten Kölner Dom (s. d.) die Kirche Severin, die auf roman. Grundlage aufgebau die Minoritenkirche und das Chor von St. Andr Die 1621—29 erbaute Jesuitenkirche erscheint eine späte Nachahmeung der got. Kunst. Der zeit gehört die evang. St. Trinitatiskirche mit Säulenhalle, ein WerkKönig Friedrich Wilhelms an. Die ältern Kirchen sind völlig restauriert. der Römerzeit sind Reste der Stadtmauer handen. Der sog. Römerturm in der Zeugh Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. naltenstraße ist ein Bau aus der Merovinger Periode. r Linie Mehrere röm. Mosaikböden, die in K. gefunden nd der wurden, sind im Museum aufbewahrt. Das Ratvertre⸗[Uhaus wurde im 13. Jahrh. begonnen und neuerlt St.] dings unter Leitung des Stadtbaumeisters Raschwurde dorff völlig umgebaut. Der Hansesaal im Innern 1067; imponiert durch die Farbenpracht sowie durch die zren in symbolischen Statuen an der Südseite. Die Fagade gegennach dem Altenmarkte ist völlig neu. Der 1880 durch derun-Stadtbaumeister Weger gänzlich erneuerte Vorbau bereits am Stadthausplatz mit seinen Säulen, Basreliefs ionen. und Inschriften gehört der Renaissance an, während irchen der Turm (1407—14) gotisch ist. Der gleichfalls a und got. Gürzenich, 1441—52 erbaut, ist das großartigste Zwi⸗ der ältern nichtkirchlichen Gebäude K.s3. Derselbe dem wurde 1856 durch einen Anbau an der Nordseite e St. erweitert und im Innern total neu umgebaut. Im ut ist, Erdgeschoß befindet sich die Börse. Der große Festreas. saal (51 mlang und 22 mbreit) bildet eine mächt alstige Halle, bestehend aus einem 14 m hohen, von Neu-22 reichgeschnitzten hölzernen Säulen getragenen ihrer Mittelschiffe und rings herumlaufenden Seiten-SIV., schiffen von 77½m Höhe. Dieser Saal wird (1884) Aus durch ein 50 m langes Wandgemälde, den am 16. vor-Okt. 1881 bei dem Feste der Dombauvollendung zu haus-1 Ehren des Kaisers veranstalteten geschichtlichen Festzug darstellend, geschmückt. Sehenswert sind auch darin die mittelalterlichen Kamine. Unter den Bauwerken aus neuester Zeit sind noch zu nennen: das Gerichtsgebäude, das monumentale Hohenstaufenbad und das Museum Wallraf-Richartz, welches eine reiche Sammlung von röm. und mittelalterlichen Altertümern, sowie von Gemälden, darunter eine große Folge aus der altkölnischen Schule, enthält. Durch Ankäufe seitens der Stadt und durch Schenkungen ist die Zahl der neuern Kunstwerke sehr erheblich geworden. Eine Reiterstatue Friedrich Wilhelms III., von Bläser modelliert, wurde 26. Sept. 1878 auf dem Heumarkt, ein Denkmal Bismarcks, von Schaper modelliert, 1. April 1879 auf dem Augustinerplatz, ein Standbild des Grafen Moltke, von Schaper modelliert, auf dem Laurenzplatz 26. Okt. 1881 enthüllt. Außer der Regierung für den Bezirk haben zu K. noch das Oberlandesgericht für den Geltungsbezirk des rhein. Rechts in der Rheinprovinz und Birkenfeld, ein Land⸗ und Schwurgericht, ein Amtsgericht, ein Erzbischof nebst Domkapitel, der Kommandeur der 15. Division und die damit in Verbindung stehenden Militärbehörden ihren Sitz. Von höhern Unterrichtsanstalten bestehen vier Gymnasien, drei Realschulen, eine gewerbliche Fachschule, eine höhere Töchterschule. Unter den Sammlungen für Wissenschaft und Kunst sind, außer dem erwähnten Museum, noch das an Urkunden ungemein reiche städtische Archiv und die Bibliothek, ferner die in einem eigenen Gebäude untergebrachte Jesuitenbibliothek, die Bibliothek des Priesterseminars u. s. w. zu nennen. Das erzbischöfl. Museum auf dem Domhofe ist eine Sammlung mittelalterlicher Kunstgegenstände, kirchlicher Gefäße, Gerätschaften u. s. w. Der zoolog. Garten und die Flora mit reichen Gewächshäusern, mit denen eine höhere Gartenbaulehranstalt verbunden wird, dienen als Vergnügungslokale. Die Musik wird in K. sehr geflegt. Die Musikalische Gesellschaft dient den Musikfreunden zum geselligen Mittelpunkte. Das Konservatorium der Musik und die Gürzenich-Konzerte stehen unter der Leitung des städtischen Kapellmeisters Dr. Wüllner. Außerdem findet der Gesang feine Pflege in vielen Vereinen, unter denen der Männergesangverein sich europ. Ruf erworben hat. Die Industrie in K. ist ungemein ausgedehnt und der Handel wahrhaft großartig. Letzterm dienen die Linien Berlin-Hannoyer-K., K.⸗Zevenaar, K.⸗ Herbesthal und K.⸗Bingerbrück der Preußischen Staatsbahnen, die sich nach den verschiedensten Richtungen hin verzweigen, ferner die Dampfschlepp- und Segelschiffe auf dem Rheine, endlich ein bedeutendes Frachtfuhrwesen nach den Gegenden, wohin weder Eisenbahnen noch Wasserstraßen führen. Der Hafenverkehr K.s betrug im J. 1883: 7563 Schiffe mit 5775 744 Ctr. Die Industrie beschäftigt viele Tausende von Arbeitern. Ihre Hauptzweige sind die Fabrikation von Zucker, Tabak, Leim, Goldleisten, Tapeten, Eau de Cologne, Seife, Leder, Möbeln, Klavieren, Maschinen, Chemikalien, Spiritus u. s. w. K. ist der Sitz einer Reichsbankhauptstelle. Dem Kreditwesen dienen außerdem viele Bankhäuser, ferner der A. Schaaffhausensche Bankverein, die Kölnische Privatbank, eine Bank für Rheinland-Westfalen und eine Kölnische Kommerz- und Wechselbank. Das Versicherungswesen ist vertreten durch die Lebensversicherungsgesellschaft Concordia, die Feuerversicherungsgesellschaft Colonia, die Hagelversicherungsgesellschaft und die Rückversicherung. K. ist außerdem Sitz der königl. Direktionen (linksrheinisch und rechtsrheinisch) der frühern Rheinischen und Köln-Mindener Eisenbahnen und der Kölnischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, einer Oberpostdirektion und einer Telegraphendirektion. Die Vorstädte sind durch Pferdeeisenbahnen mit K. verbunden. Bei den vielen Fremden, die K. namentlich im Sommer besuchen, gewährt die Stadt ein reichbewegtes Leben. Die großartigen Festungswerke K.s bestehen aus einer neuen Umwallung mit Graben und weit vorges chobenen Forts, die durchschnittlich 755 Kme vom Dome entfernt sind und also Mülheim und die übrigen Vororte mit decken. Die Stadt verdankt ihren Ursprung den Römern und wurde auf Antrieb des Marcus Agrippa um 37 v. Chr. durch die Ubier angelegt, daher sie auch anfangs Ubiorum oppidum hieß. Durch eine Kolonie, die des Kaisers Claudius Gemahlin Agrippina 50 n. Chr. hierher führte, ward sie vergrößert und nun Colonia Agrippinensis, später Colonia Claudia Agrippina genannt. Nachdem sich die Franken der Stadt bemächtigt, kam sie bei der Teilung der fränk. Monarchie 511 an Austrasien und durch Vergleich zwischen Ludwig von Deutschland und Karl dem Kahlen von Frankreich 870 an Deutschland. Sie trat zu Anfang des 13. Jahrh. in den Bund der Hansa, in welchem sie mit Lübeck um den Vorrang stritt, und um die Mitte jenes Jahrhunderts in den rhein. Städtebund. Als Freie Reichsstadt lag sie stets mit den Erzbischöfen in Streit, die ihre Freiheit nicht anerkennen wollten und sie stets ihre fürstl. Stadt nannten. Wie durch Handel, dessen Blüte aber mit der Hansa sank, so war sie auch ihrer Malerschule und Universität wegen berühmt, die 1388 gestiftet und 1801 gleich den zahlreichen Stiftskapiteln, den Abteien, Kommenden des Deutschen und des Malteserordens, den Klöstern unter der franz. Herrschaft geschlossen wurde, wo die Stadt auch ihre Freiheit verlor. Vgl. Kiefer, Neueste vollständige Beschreibungder Stadt K. (neue Aufl., Köln 1850); Stramberg, Antiquarius der Stadt K.v (Bd. 1, Kobl. 1862 63); Ennen, «Geschichte der Stadt K.y (Bd. 1—5, Köln und Neuß 1862—79); derselbe, Zeitbilder aus der neuern Geschichte der Stadt K. (Köln 1857); derselbe mit Eckerz, Quellen zur Geschichte der Stadt K.» (Bd. 1—6, Köln 1860 —79); Walter, „(Das alte Erzstift und die Reichsstadt K.v (Bonn 1866); (Chroniken der niederrhein. Städter (Tl. 1: Köln», 3 Bde., Lpz. 1875—77); Ennen, «Führer durch die Stadt K.v (2. Aufl., Köln 1879); Neuester Führer durch K.v (Köln 1881); Helmken, «K. und seine Denkwürdigkeiteno (3. Aufl., Köln 1883); Höhlbaum, »Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von K. (Bd. 1 u. 2, Köln 1883—84). Der Regierungsbezirk Köln hat ein Areal von 3975 qkm, zählt (1880) 702934 CE., worunter 103 924 Cvangelische, 587 937 Katholiken und 10370 Juden, und zerfällt in die 11 Kreise: K.⸗Stadt, K.⸗ Land (445 qkm mit 121 795 E.), Bergheim, Bonn, Rheinbach, Euskirchen, Mülheim, Siegkreis, Wipperfürth, Waldbröl, Gummersbach. Kölner Dom, das vollendetste Muster der got. Baukunst, hat seinen Ursprung in einem Dome, den unter der Regierung und Beteiligung Karls d. Gr. der Erzbischof Hildebold 814 an derselben Stelle zu bauen begann, welche der gegenwärtige Bau einnimmt. Als Friedrich I. Barbarossa mißt, sind unter C aufzusuchen. 1162 die von Mailand erworbenen Gebeine der Heiligen drei Könige dem Dome von Köln um Geschenk machte, wurde dieser dadurch das Ziel zahlreicher Pilgerfahrten, und da zugleich der Reichtum der Handelsstadt zunahm und die got. Baukunst sich dem Gipfelpunkte ihrer Entwickelung näherte, so genügte der erste Bau nicht mehr. Eine Feuersbrunst, die den alten Dom zerstörte ward 1248 Veranlassung zu einem Neubau. Noch in demselben Jahre wurde vom Erzbischof Konrad von Hochstaden der Grundstein dazu mit großen Feierlichkeiten gelegt, und zwar nach jenem großen Entwurfe, dessen volle Ausführung erst in neuerer Zeit aufgenommen wurde. Nach dem Meister jenes ersten Entwurfs ist vielfach, ohne ein ganz sicheres Ergebnis, geforscht worden. Seit 1255 wird Gerhard von Rile als Meister und Leiter des Baues genannt. Später traten jedoch durch mannigfache Zwistigkeiten der Stadt mit den Erzbischöfen Hindernisse ein, sodaß erst 1322, also im 74. Jahre nach der Grundsteinlegung, die Einweihung des Chors, des einzig vollendeten Teils, erfolgen konnte. So weit hatte Meister Johann den Bau im 21. Jahre seiner Bauführung gebracht. Die Reihe der Meister in den Schreinsbüchern bricht mit Rütger, dem Nachfolger Johanns, 1332 ab. Mißbräuche beim Einsammeln der Beiträge und dadurch notwendig gewordene Verbote des Sammelns überhaupt, die Kriege des Erzbischofs Theodorich von Mörs ließen den Bau nur langsam wachsen. Doch wurde bis 1437 die Vorhalle im südl. Turme vollendet, der Turm selbst aber bis 55 m hoch aufgeführt. Auch wurde damals der schon zum Wahrzeichen gewordene Kran mit einem Dache versehen. Neue Glocken kamen hinein. Am Ende des 15. Jahrh. wurden die schönen Glasgemälde in der nördl. Nebenhalle eingesetzt. Das letzte Fenster trägt die Jahreszahl 1509. Von da an stockte der Bau. Vollendet waren von den fünf Hauptteilen desselben nur die beiden östlichen, das Chor und die es umstehenden Kapellen. Mit Eintritt der Kirchenreformation blieb der Bau völlig liegen. Das 16. Jahrh. sorgte nur noch für die innere Ausschmückung durch Denkmäler, womit man im 17. Jahrh. fortfuhr. Inzwischen aber arbeiteten an der Zerstörung des Äußern die Wirkungen des Dreißigjährigen Kriegs, der sinkende Wohlstand Kölns, die Zwistigkeiten zwischen Rat und Bürgerschaft. Dazu kam im 18. Jahrh. der Krieg, der den Dom in ein Futtermagazin verwandelte und 1802 Köln in die Gewalt des Feindes brachte.