FeedKonrad von Hochstaden
GeschichteBrockhaus 1882

Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln (1238—61), stellte sich bei dem Kampfe zwischen Kaiser Friedrich II. und den Päpsten auf die Seite der letztern und war mit dem Erzbischof Siegfried III. von Mainz die hauptsächlichste Stütze der sog. Pfaffenkönige Heinrich Raspe von Thüringen und Wilhelm von Holland; seit 1249 wurde er zum päpstl. Legaten über ganz Deutschland ernannt. Außer dem großen kirchenpolit. Streite hatte er noch mancherlei Händel mit seinen Nachbarn, und die Fehde um Flandern verfeindete ihn sogar mit dem König Wilhelm. Als dieser 1256 fiel, bewirkte K. die Wahl Richards von Cornwallis, den er 17. Mai 1257 in Aachen krönte. Das kölner Erzbistum dankte ihm die Grafschaft und Güter seines Hauses, welches mit ihm und seinem ebenfalls geistlichen Bruder ausstarb, und mancherlei andere Erwerbungen; er war dort der Begründer eines straffen Fürstenregiments, gegen welches die Vasallen und Ritter vergeblich ankämpften. K. brach auch 1259 die fast republikanische Selbständigkeit Kölns, damals der größten Stadt in Deutschland, und schwächte die Macht der Patricier durch Hebung der Zünfte. Als der Dom dort abbrannte, legte er 15. Aug. 1248 den Grundstein zu dem got. Prachtbau. Vgl. Burckhardt, „K. von Hochstadenb (Bonn 1843); Cardauns, K. von Hochstadene (Köln 1880) und «Regesten des kölner Erzbischofs K. von Hochstaden» in Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein (Heft 35, Köln 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 482Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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