FeedKoloquinten
HeilkundeBrockhaus 1882

Koloquinten (Fructus Colocynthidis) heißen die Früchte der im Oriente einheimischen Koloquintengurke (Cucumis Colocynthis L.). (Vgl. Tafel: Cucurbitaceen, Fig. 3.) Dieselben sind faustgroß, kugelrund, außen glatt und gelb und besitzen ein schwammiges, weißes, widriges und äußerst bitteres Fleisch. Sie kommen im Handel Meram und getrocknet meist von Aleppo und Alexandria, und enthalten einen eigentümlichen bittern, in Wasser und Alkohol löslichen Stoff, das Koloquintenbitter oder Colocynthin, dem sie •„ drastisch-purgierende Wirkung verdanken. Die K. sind offizinell und schon seit alten Zeiten gebräuchlich, werden aber jetzt als ein heroisches, leicht gefährliche Zufälle erregendes Mittel wenig mehr angewendet. Schon sehr kleine Gaben nämlich erregen reichlichen wässerigen Stuhlgang, größere ßzt, sind unter C aufzusuchen. können Brechdurchfälle, Kolikschmerzen und eine entzündliche Reizung der Magen- und Darmschleimserm veranlassen. Man wendet die K. in Pulverorm, Dekokten, Extrakten und Tinkturen bei hartnäckiger Verstopfung oder als Ableitungsmittel bei Gehirnleiden, Wahnsinn, Wassersucht u. s. w. an. Offizinell ist außer den K. selbst jetzt nur noch das Extrakt (ExXtractum Colocynthidis). Auch werden die K. wegen ihrer außerordentlichen Bitterkeit zur Vertreibung von Ungeziefer gebraucht. Die ölhaltigen Samen sind nicht bitter und werden in Afrika als Nahrungsmittel benutzt. (S. Cucumis.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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