FeedKordon
GeschichteBrockhaus 1882

Kordon (frz., Band oder Schnur) heißt eine Reihe Militärposten, welche, unter sich in Verbindung stehend, bestimmt sind, einen Landstrich vor feindlichen Einfällen oder gegen das Einschleppen ansteckender Krankheiten zu sichern. Das Kordonsystem hat sich in beiden Beziehungen bewährt; gegen den Feind wurde es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. häufig in Anwendung gebracht, namentlich von dem österr. Feldmarschalllieutenant Lascy zur Deckung der österr. Grenzen gegen die Türken, später auch in den Revolutionskriegen gegen die Franzosen. Der K. des Feldzeugmeisters Graf Wartensleben zwischen Lahn und Sieg ist in der Kriegsgeschichte berüchtigt worden. Das Kordonsystem fiel mit so vielen veralteten taktischen Formen im Laufe der Revolutionskriege. Eine so ausgedehnte schwache Linie, ohne innern Halt und ohne hinreichende Unterstützungen und Reserven, konnte nur so lange sich behaupten, als der Gegner demselben falschen System huldigte; ein kräftiger Widerstand bei der Zersplitterung aller Kräfte konnte an keinem Punkte geleistet werden. Außerdem rieb der beschwerliche Dienst die Truppen in einer Weise auf, daß die Kräfte für größere Unternehmungen dadurch geschwächt wurden. Eine Art von Kordonsystem ist in neuerer Zeit während der poln. Revolution von Preußen und Osterreich an ihren Grenzen gegen Polen ausgeführt worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 529Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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