FeedKriegskosten
GeschichteBrockhaus 1882

Kriegskosten bezeichnen die Summe der einem Staat durch einen Krieg erwachsenden Mehrausgaben, die durch die Mobilmachung, den Aufmarsch der Truppen, die Geld⸗ und Naturalverpflegung des erhöhten Mannschaftsstandes, die Demobilmachung, das Retablissement und die etwaige an den Feind zu zahlende Kriegsentschädigung veranlaßt werden. Zu diesen als direkte K. zu bezeichnenden Ausgaben treten dann noch die indirekten K., die infolge des Verlustes an Arbeitskräften, der Schädigung der Industrie, einer etwaigen Invasion von Gebietsteilen, der Zerstörung von Staats⸗ und Privateigentum, der zeitweilig verminderten Steuerkraft u. s. w. eintreten. Während die direkten K. genau festzustellen sind, lassen sich die indirekten K. auch nicht annähernd schätzen, obgleich die letztern die erstern im Betrage zuweilen überwiegen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 614Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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