Kryophoör (grch.), ein von Wollaston (1813) erfundenes Instrument (s. nachstehende Figur), um mittels der Verdunstungskälte künstliches Eis zu erzeugen. Der K. besteht aus einer Glasröhre, die an beiden Enden unter rechtem Winkel nach unten umgebogen ist und die je in eine gläserne Hohlkugel ausläuft. In der Kugel B befindet sich etwas Wasser; sonst ist das ganze Instrument luftleer und nur mit Wasserdünsten erfüllt. Taucht man die Kugel 4 in eine Kältemischung (Eis und Kochsalz), so schlagen sich durch die Kälte die Dünste, deren Druck die weitere Verdunstung des in der Kugel B befindlichen Wassers hindert, in der Kugel A nieder; es entstehen nun aus dem Wasser der Kugel B sehr rasch Dünste, die ebenso schnell in der Kugel A kondensiert werden, wodurch aber wieder eine sehr lebhafte Verdunstung des Wassers in der Kugel Bentsteht u. s. w. Durch diese im raschen Fortgange erhaltene Verdunstung des Wassers in der Kugel B wird dem in dieser zurückbleibenden Teile des Wassers immer mehr Wärme entzogen, bis es endlich gefriert.