Lange (Sam. Gotth.), deutscher Dichter, Sohn Joachim Langes (s. d.), geb. 1711 zu Halle, studierte daselbst Theologie und wurde, nachdem er sich zuvor längere Zeit in Berlin aufgehalten hatte, Pastor zu Laublingen bei Halle. Im J. 1755 ernannte ihn Friedrich d. Gr. zugleich zum geistlichen Inspektor im Saalkreise. Er starb zu Laublingen 25. Juni 1781. Mit seinem Freunde Pyra suchte er durch die Stiftung einer gegen die Gottschedsche Schule gerichteten Privatgesellschaft 1733 die deutsche Sprache, Poesie und Beredsamkeit zu fördern. L. selbst war ein nur mittelmäßiges poetisches Talent und mit Pyra ein Feind des deutschen Reims, den beide durch Einführung der antiken Silbenmaße verdrängen wollten. Pyras und L.s Gedichte erschienen zusammen unter dem Titel „Thyrsis' und Damons freundschaftliche Lieder o (Zür. 1745). Am bekanntesten wurde L. durch seine metrische übertragung der „Odeno des Horaz (Halle 1752), die an Lessing, der sie dem Spotte preisgab, einen unbarmherzigen Kritiker fand. Seine« Sammlung gelehrter und freundschaftlicher Briefen (2Bde., Halle 1769—70) ist interessant für die Geschichte der litterarischen Bewegung jener Zeit.