Lange (Ludw.), namhafter Philolog und Altertumsforscher, geb. 4. März 1825 zu Hannover, besuchte erst die höhere Bürgerschule, dann das Lyceum daselbst und studierte in Göttingen. Durch eine Preisschrift: AHistoria mutationum rei militaris Romanorum inde ab interitu rei publicae usque ad Constantinum Magnum » (Gött. 1846) wurden seine Studien auf die röm. Altertümer gelenkt. Im Anschluß an seine Promotionsschrift Prolegomena in Hygini de castrorum munitionibus libellump (Gött. 1847) gab er den Text des Hyginus mit einem ausführlichen Kommentar heraus (Gött. 1847). L. habilitierte sich 1849 in Göttingen, wo er 1853 eine außerord. Professur erhielt. Inzwischen hatte er Abhandlungen über die Syntax des Apollonios Dyscolos und die oskische Inschrift auf der Tafel von Bantia veröffentlicht. Hieran reiht sich sein Hauptwerk, das Handbuch der röm. Altertümerv, welches bis zur ersten Abteilung des dritten Bandes (Bd. 1, Berl. 1856; 3. Aufl. 1876; Bd. 2, 1862; 3. Aufl. 1879; Bd. 3, Abteil. 1, 1871; 2. Aufl. 1876) vorgerückt ist. Von spätern Arbeiten L.s sind zu nennen Der homerische Gebrauch der Partikel e (2. Abteil., Lpz. 1872—73) und „Die Epheten und der Areopag des Solono (1874). Unterdessen hatte L. Ostern 1855 eine ord. Professur in Prag angenommen, folgte 1859 einem Rufe nach Gießen und ist seit Ostern 1871 Professor der klassischen Philologie zu Leipzig.