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PflanzenreichBrockhaus 1882

Lasen oder Lazen heißen die Bewohner von La sistan in Kleinasien, der südöstl. Küstenstrecke des Schwarzen Meers, wovon ein Teil (Batum mit Adschara und Artwin) durch den Berliner Vertrag 1878 aus türk. in russ. Besitz übergegangen ist, der übrige zum türk. Vilajet Trapezunt gehört. Das Land ist größtenteils gebirgig; nur hier und da, an den Ausgängen der sehr zahlreichen Thäler, haben deren Flüsse (worunter der schiffbare Tscharuk) und Bäche durch ihre Alluvionen ein flaches Vorland angesetzt, schmale Niederungen, mit der üppigsten Vegetation bedeckt, aber durch Stagnation und Versumpfung im Sommer die Reviere gefährlicher Frdich⸗ wimmelnd von Schildkröten, Schlangen, Fröschen, Blutegeln u. s. w. Man baut hier Reis, Mais, Bohnen und Gartenfrüchte, gewinnt viel Honig und Wachs, zwei wichtige Ausfuhrartikel neben Bauholz, Haselnüssen, Blutegeln und dem Thran des Tümmlers, einer Art Delphin. Die Gebirge sind mit dichten Waldungen von Eichen, Buchen, Eschen, Ellern, Buchsbaum, Kastanien, Walnuß⸗, Maulbeerbäumen u. s. w. bedeckt. Die L. verraten ihre Verwandtschaft mit den dem Kaukasus zunächst wohnenden Völkerschaften weniger durch ihre Körper- und Gesichtsbildung als durch ihre Sprache, eine Mundart des iber. Sprachstammes (s. Georgische Sprache und Litteratur), und durch die Roheit ihrer Sitten, namentlich auch durch die Strenge, mit der sie an der Blutrache hängen. Wegen ihres leidenschaftlichen und räuberischen Charakters sind sie bei den Türken und Georgiern verschrien. Der bedeutendste Ort des Landes it Batum. Weiter westlich liegen an der Küste Atina (Athenae der Alten), Rizeh oder Riseh, auch Iris genannt (Rhizus), und Sürmeneh, die wichtigsten Handelsplätze diesseit Trapezunt, die von größern Seeschiffen besucht werden, während der Verkehr der übrigen Küstenplätze nur auf offenen Booten betrieben wird. Die L., Abkömmlinge der Kolchier der Alten, erscheinen als L. schon bei Griechen und Römern. In byzantinischer Zeit waren die L. östlich vom Tscharuk dem Reiche Georgien unterthan, während ihr Gebiet westlich von diesem Flusse bis 1204 zum Thema Chaldia, 1204—1461 zum Kaisertum Trapezunt gehörte. Vgl. Rosen, Aiber die Sprache der L.y (Lemgo u. Detm. 1844); Wagner, «Reise nach Kolchis v (Lpz. 1850); Koch „Die kaukas. Länder und Armenien v (Cpz. 1865).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 826Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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