Laskäris (Konstantin), ein gelehrter Byzantiner, der im 15. Jahrh. bei der Eroberung seines Vaterlandes durch die Osmanen nach Italien flüchtete, wurde daselbst 1454 von Franz Sforza, Herzog von Mailand, als Lehrer für dessen Tochter Hippolyta angenommen. Später lebte er in Rom unter dem Schutze des Kardinals Bessarion, erteilte dann zu Neapel öffentlichen Unterricht und lehrte zuletzt, bis zu seinem Tode, der nach 1500 erfolgte, mit großem Beifall zu Messina. Seine griech. Grammatik, auch unter dem Namen Erotemata y bekannt (Mail. 1476; zuletzt 1800), ist auch als der erste Druck in dieser Sprache bemerkenswert. Seine wertvolle Bibliothek kam nach Spanien und wurde im Escorial aufgestellt. Aus derselben Familie stammte Andreas Johannes oder Janos L., zu Rhyndakos in Kleinasien geboren, woher er den Beinamen Rhyndakenos erhielt, lebte am Hofe des Lorenzo von Medici und ward von diesem später nach der griech. Levante geschickt, um alte Handschriften aufzukaufen, deren er auch eine große Menge, namentlich vom Berge Athos, mitbrachte. Später lehrte er die griech. Sprache in Paris und wurde von Ludwig XII. zweimal als Gesandter nach Venedig geschickt. Nachdem ihn Papst Leo X. nach Rom gezogen und an die Spitze eines Lehrinstituts für junge Griechen und einer ebenfalls von ihm gestifteten griech. Druckerei gestellt hatte, ging er 1518 wieder nach Paris an den Hof des Königs Franz I., wo er die königl. Bibliothek gründen half, wurde hernach von Papst Paul III. nochmals nach Rom eingeladen, starb aber bald nach der Ankunft daselbst in hohem Alter (1535). Sein litterarisches Hauptverdienst besteht in Ausgaben und Erläuterungen griech. Schriftsteller, namentlich der Anthologie, der Scholien zur Ilias und zum Sophokles. Vgl. Villemain, Wascaris ou les Grecs du 15 siècle (Par. 1825).