Laudisten (mittellat.), Hymnen⸗ oder Psalmensänger, machten zu Ende des Mittelalters in Italien und besonders in Florenz eine eigene Gesellschaft aus, welche zu gewissen Zeiten in weißen Kleidern und mit brennenden Kerzen durch die Straßen zog und vor den Kirchen einstimmige kirchliche Gesänge ausführte. Lanudon (Gideon Ernst, Freiherr von), früher meist Loudon geschrieben, österr. Feldmarschall, wurde 2. Febr. 1717 zu Tootzen in Livland geboren, wo seine Familie schon im 14. Jahrh. aus Schottland eingewandert war. Er trat 1732 als Kadett in russ. Dienste, wohnte dem poln. Thronfolge⸗, sowie dem Türkenkriege unter der Kaiserin Anna bei, nahm an der Belagerung von Danzig 1733 und unter Münnich an der Croberung von Asow, Oczakow und Choczim teil. Nach dem Frieden 1739 als Oberlieutenant verabschiedet, beabsichtigte er, in österr. Dienste zu treten, wurde aber in Berlin von einigen gleich ihm verabschiedeten Kameraden beredet, Friedrich II. seine Dienste anzubieten; der König wies ihn jedoch zurück. L. ging nun nach Wien, wo er im Dez. 1744 Hauptmann in dem Pandurenkorps des Parteigängers Trenck wurde. Mit diesem machte er den Feldzug in Bayern und am Rhein mit. Bei Zabern wurde er schwer verwundet und gefangen. Nach seiner Auswechselung focht er in dem zweiten Schlesischen Kriege gegen Trauten II., schied aber nach der Schlacht von Trautenau wegen der von Trenck verübten Greuel aus dem Dienste und lebte nun in Wien, bis seine Freunde ihm eine Majorsstelle im Liccaner Grenzregiment verschafften. Bald zeichnete er sich als kühner Führer aus, und wurde für den überfall auf Hirschberg 20. Febr. 1757 Oberst, wenige Monate darauf Generalmajor. In der Prager Schlacht 1757 und besonders bei Verfolgung der Preußen nach der Schlacht bei Kolin erwarb er sich durch Mut und Einsicht allgemeines Vertrauen, und bewies namentlich große Geschicklichkeit in Führung des Kleinen Kriegs. Hierauf unter den Prinzen von Hildburghausen gestellt, der die Reichsarmee befehligte, mußte er den Überfall in Gotha und die Niederlage bei Roßbach mit erleben. Am 30. Juni 1758 vollführte er den Überfall von Domstädtl, empfing für die Schlacht bei Hochkirch das Großkreuz des Theresienordens und wurde zum Feldmarschalllieutenant befördert. Auch entschied er allein 1759 durch sein Eingreifen im rechtzeitigen Moment den Sieg bei Kunersdorf und erhielt nunmehr, zum Feld eugmeister ernannt, ein eigenes Korps von 30000 Mann. Mit diesem gewann er gegen Fouqué 23. Juni 1760 die Schlacht bei Landeshut in Schlesien; auch erstürmte er Glatz und berannte, jedoch vergeblich, Breslau. In der Schlacht bei Liegnitz 15. Aug. wurde er von Friedrich II. geschlagen. Dagegen nahm er 1. Okt. 1761 Schweidnitz durch einen kühnen Handstreich Nach dem Hubertusburger Frieden von der Kaiserin mit Geschenken und Chrenbezeigungen überhäuft, besuchte er zur Wiederherstellung seiner Gescloßa Karlsbad, wo er mit Gellert Freundschaft schloß; auch begleitete er Joseph II. auf seiner Reise durch die neu erworbenen Provinzen Galizien und Lodomerien. Beim Ausbruch des Bayrischen Erbfolgekriegs erhielt er, zum Feldmarschall erhoben, den Oberbefehl über eine Armee an der sächs. Grenze gegen Prinz Heinrich von Preußen. Nach dem Frieden zu Tetschen beschäftigte er sich wissenschaftlich, bis Joseph II., in seinem Feldzuge gegen die Türken unglücklich, sich entschließen mußte, den erfahrenen Krieger zu Hilfe zu rufen. Von da an wendete sich das Kriegsglück zu SÖsterreichs Fahnen. Dubicza wurde genommen, ein türk. Heer unter den Mauern dieser Feste geschlagen, Belgrad erstürmt und Semendria besetzt. Dieser Feldzug schloß 1789 L.s kriegerische Laufbahn. Als unmittelbar darauf gegen Preußen ein österr. Heer in Mähren aufgestellt wurde, an dessen Spitze er trat, überraschte ihn der Tod im Hauptquartier zu Neutitschein in Mähren 14. Juli 1790. Seine Leiche ruht im Parke zu Hadersdorf unweit Wien. Vgl. W. von Janko, «Das Leben des k. k. Feldmarschalls Gideon rnst Freiherrn von L.v (Wien 1869).