FeedTreuck (Franz, Freiherr von der)
GeschichteBrockhaus 1882

Treuck (Franz, Freiherr von der), österr. Pandurenoberst, berüchtigt durch seine Grausamkeit, 8²2⁴ Trenck (Friedr., Freiherr geb. 1. Jan. 1711 zu Reggio in Calabrien, wurde, obschon sein Vater, kaiserl. Oberstlieutenant, ein eborener Preuße und Protestant war, in Odenbure bei den Jesuiten erzogen und trat in seinem 17. Jahre in österr. Kriegsdienste, die er indes wegen ausschweifenden Lebens und beständiger Händel bald wieder verlassen mußte. Als der Krieg gegen die Türken 1737 ausbrach, erbot er sich, auf eigene Kosten ein Korps Panduren zu errichten, und als dieses abgelehnt wurde, trat er in russ. Dienste. Wegen Widersetzlichkeit gegen seinen Obersten zum Tode verurteilt, gelang es ihm, glücklich zu entkommen. Hierauf erlaubte ihm die Kaiserin Maria Theresia 1740, beim Ausbruch des Ssterreichischen Erbfolgekriegs, ein Korps Panduren zu errichten. T. bildete mit seiner wilden Schar immer die Vorhut, warf alles vor sich nieder und beging in Schlesien und Bayern mit Brennen, Morden und Plündern die fürchterlichsten Unmenschlichkeiten. Sein Korps war schließlich bis auf 5000 Mann angewachsen. Wegen seiner Greuelthaten wurde ihm endlich 1746 der Prozeß gemacht und er zu lebenslänglicher Gefangenschaft auf dem Spielberge zu Brünn in Mähren verurteilt, wo er 14. Okt. 1749 starb. T. war ein überaus schöner Mann, von großer Stärke und gegen alle Beschwerden abgehärtet. Vgl. seine Autobiographie, »Merkwürdiges Leben und Thaten des Freiherrn Franz von der T. (Wien 1770); Franz von der T., dargestellt von einem Unparteiischen (E. F.Hübner), mit einer Vorrede von Schubart (3 Bdchn., Stuttg. 1788); Freiherr Franz von der T.v (3. Aufl., 3Bde., Celle 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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